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Papst empfing Erdbebenopfer: "Wunden werden heilen"

Rund 800 Menschen aus den Erdbebenregionen in Mittelitalien, die meisten davon Obdachlose, sowie zahlreiche Helfer sind am Donnerstag von Papst Franziskus empfangen worden. Sie reisten mit 14 Autobussen aus Umbrien an. An der Sonderaudienz mit dem Heiligen Vater beteiligte sich auch der Erzbischof von Spoleto-Norcia, Renato Boccardo.

Franziskus sprach den Erdbebenopfern Mut zu.  SN/APA (AFP)/TIZIANA FABI
Franziskus sprach den Erdbebenopfern Mut zu.

"Die Wunden werden heilen, doch die Narben werden das ganze Leben bleiben und sie werden die Erinnerung an diesen Schmerz sein. Das Leben mit einer Narbe mehr ist nicht mehr dasselbe wie vorher. Das Glück ist, dass man das Erdbeben überlebt hat, doch es ist nicht wie vorher", sagte der Papst im Gespräch mit den Obdachlosen. Wichtig sei es, der Verbitterung keinen Raum zu lassen, sondern sich der Hoffnung zu öffnen. Man müsse "zuerst die Herzen der Menschen und dann die Häuser" wieder aufbauen.

Franziskus liegen die Betroffenen der schweren Erdbeben mit 300 Toten im August und Oktober des vergangenen Jahres besonders am Herzen. Er hatte bereits Anfang Oktober einen Überraschungsbesuch in Amatrice unternommen. Der Papst reiste unangekündigt in die mittelitalienische Kleinstadt, die vom Erdbeben schwer getroffen worden war. Begleitet von Bischof Pompili sprach er in der Behelfsschule der Stadt eine halbe Stunde mit den Kindern.

In der vom Erdbeben zerstörten Kleinstadt Norcia in Umbrien ist mittlerweile die Fassaden-Sicherung der Basilika des Heiligen Benedikt, dem Schutzpatron Europas, abgeschlossen. Zwei Metallkäfige stabilisieren die mittelalterliche Fassade, die bei den Beben am 26. und 30. Oktober mit wenigen anderen Teilen der Kirche stehengeblieben war. Nun soll die Bergung der im Inneren verschütteten Bauteile und Kunstschätze beginnen, berichteten italienische Medien. Dies war bisher zu gefährlich. Das Stützkorsett aus Stahlrohren wurde von der Universität Padua entworfen.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte zuletzt Unterstützung beim Wiederaufbau der Basilika zugesagt. Die dem Mönchsvater Benedikt geweihte Kirche habe "hohen symbolischen Wert", weil sie mit dem Schutzheiligen Europas verknüpft sei, betonte er. Benedikt wurde der Überlieferung nach um 480 in Norcia geboren. Er gilt als Begründer des abendländischen Mönchtums.

Quelle: APA

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