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Piloten des Todesflugs AF 447 waren überfordert

Die Air-France-Flugzeugkatastrophe 2009 wurde nach dem abschließenden Expertengutachten maßgeblich durch Pilotenfehler verursacht. Die Crew sei nach einer Störung des Geschwindigkeitsmessers überfordert gewesen.

Piloten des Todesflugs AF 447 waren überfordert SN/apa (epa)
Mit fehlender Routine in den Tod.

Die Air-France-Maschine war am 1. Juni 2009 auf einem Nachtflug von Rio nach Paris abgestürzt. Alle 228 Menschen an Bord kamen ums Leben, unter ihnen 28 Deutsche und eine Österreicherin.

In ihren Abschlussempfehlungen schlagen die Ermittler eine bessere Pilotenschulung, aber auch Verbesserungen an den Anzeigen im Cockpit vor. Die vereisungsanfälligen Sonden des Herstellers Thales waren bereits kurz nach dem Absturz in einer Unwetterzone aus dem Verkehr gezogen worden.

BEA-Chef Jean-Paul Troadec betonte bei der Vorstellung des Gutachtens, dass seine Behörde nicht die Aufgabe gehabt habe, die Verantwortlichen zu benennen. Dies sei Sache der Justiz. Eine französische Untersuchungsrichterin ermittelt bereits seit langem in dem Fall, sie hat allerdings noch kein Anklageverfahren eingeleitet.

Der Flugzeughersteller Airbus kündigte in einer ersten Stellungnahme eine ausführliche Analyse des Gutachtens an. Das Unternehmen werde jede Möglichkeit ergreifen, die Flugsicherheit weiter zu verbessern, hieß es. Die deutsche Hinterbliebenenvereinigung Hiop AF 447 äußerte dagegen Zweifel an der Unabhängigkeit der Experten. Seiner Meinung nach sei es der BEA darum gegangen, die Luftfahrtindustrie nicht allzu sehr zu belasten, sagte der Hiop-Vorsitzende Bernd Gans. Er und viele andere hofften nun auf die Ermittlungen der französischen Justiz.

Quelle: Apa/Dpa

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