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Polizei nahm Marzipan-Erpresser von Kiel fest

Ein Spezialeinsatzkommando der deutschen Polizei hat den mutmaßlichen Marzipan-Erpresser von Kiel in seiner Wohnung festgenommen. Der Mann hatte am vergangenen Dienstag eine Schachtel vergiftete Marzipanherzen an einer Schule ausgelegt, am Freitag drei weitere Schulen in E-Mails bedroht und von der Handelskette Coop drei Millionen Euro in der digitalen Währung Bitcoins gefordert.

Polizei nahm Marzipan-Erpresser von Kiel fest SN/APA (dpa)/Christian Charisius
Marzipan lag auf Kieler Schulhof.

Niemand kam zu Schaden. Die Polizei warnte am Montag aber weiterhin davor, gefundene Lebensmittel zu essen. Die Ermittlungen liefen noch. Möglicherweise seien nicht alle vergifteten Dinge gefunden worden.

Es sei noch offen, ob bei der für Montag geplanten Vorführung des Mannes vor einem Haftrichter ein Unterbringungsbefehl oder ein Haftbefehl beantragt werde, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Kiel, Oberstaatsanwalt Axel Bieler. Ein Unterbringungsbefehl wird bei psychischen Erkrankungen beantragt. Es lägen entsprechende Hinweise vor, der medizinische Dienst sei eingeschaltet.

Bei dem Festgenommenen soll es sich um einen Kieler handeln, der vor einigen Jahren 14 Monate in China im Gefängnis saß. Gemeinsam mit seiner Mutter soll er eine Webseite betreiben, auf der unter anderem über die Schicksale inhaftierter Deutscher im Ausland berichtet wird. Der Beschuldigte soll ein Einzeltäter gewesen sein. Über die Motive verlautete noch nichts.

Tagelang hatte in Kiel bei Schülern und Eltern Verunsicherung geherrscht. Die am vergangenen Dienstag an der Kieler Reventlouschule gefundenen Marzipanherzen waren mit einem Wirkstoff versetzt, der gesundheitliche Beschwerden auslösen kann. Schwere Folgen oder gar Lebensgefahr schlossen Experten aber aus. Am Freitag sperrte die Polizei nach erneuten Drohungen drei Schulen in Kiel. In einer stundenlangen Durchsuchung fanden Spürhunde und Munitionsexperten aber nichts Gefährliches.

Die Ermittler bemühten sich, über die Mail-Adresse des Erpressers an Informationen zu kommen. Er soll seine Droh-Mails mit dem Absender "coopwillpay" (Coop wird zahlen) verschickt haben.

Quelle: Apa/Dpa

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