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Polizeistreik in Brasilien: Mindestes 90 Tote in fünf Tagen

Ein seit Tagen andauernder Polizeistreik in der brasilianischen Großstadt Vitória hat zu einer Welle der Gewalt geführt. In den vergangenen Tagen seien mindestens 90 Menschen getötet worden, berichtete das Nachrichtenportal Globo am Mittwoch unter Berufung auf die Polizeigewerkschaft.

Familienangehörige von Militärpolizisten verteidigen die Proteste.  SN/APA (AFP)/VINICIUS MORAES
Familienangehörige von Militärpolizisten verteidigen die Proteste.

Der öffentliche Nahverkehr fiel aus, Gesundheitszentren und Schulen blieben geschlossen. In den Straßen patrouillierten Soldaten. Immer wieder kam es zu Schießereien, Plünderungen und Überfällen. In der nahe gelegenen Stadt Cariacica wurden am Mittwoch drei Polizisten angeschossen.

Die Militärpolizisten streiken seit Samstag und fordern höhere Gehälter. Der Bundesstaat Espirito Santo mit der Hauptstadt Vitoria (320.000 Einwohner) hat massive Finanzprobleme und ist zum Sparen gezwungen. Zwar dürfen die Militärpolizisten offiziell nicht streiken, allerdings blockierten die Angehörigen der Beamten die Kasernen und hinderten die Polizisten am Ausrücken.

Gouverneur Paulo Hartung sprach von Erpressung. "Sie nehmen die Freiheit und die Rechte der Bürger von Espirito Santo als Geiseln und fordern Lösegeld", sagte er der Nachrichtenagentur Agencia Brasil.

Die Familien der Militärpolizisten verteidigten ihre Proteste. "Wenn jemand in seinen Rechten und seiner Würde eingeschränkt wird, ist ein radikaler Protest die einzige Option", sagte die Ehefrau eines Militärpolizisten und Sprecherin der Demonstranten Maluma Pereira Jordao Roepke der Deutschen Presse-Agentur.

Die Gehälter der Beamten seien seit sieben Jahren nicht mehr erhöht worden. "Die Familien wollen eine Einigung mit der Regierung", sagte Jordao Roepke. Am Freitag wollen sich die Konfliktparteien treffen und nach einer Lösung suchen.

Die Regierung hatte zuletzt die Entsendung von über 1.000 Soldaten nach Espirito Santo angekündigt, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Aus anderen Bundesstaaten wurden zudem 200 Beamte einer Spezialeinheit des Justizministeriums in die Region geschickt.

Quelle: Apa/Dpa

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