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Prozess um Rotschlamm-Katastrophe in Ungarn wird wiederholt

Der Prozess um die Rotschlamm-Katastrophe in Nordungarn, bei der zehn Menschen ums Leben kamen, muss wiederholt werden. Das hat am Montag ein Gericht in Györ entschieden. 15 leitende Mitarbeiter der Aluminiumfabrik MAL AG, die vor einem Jahr in Veszprem in erster Instanz freigesprochen wurden, müssen sich dort erneut vor einem Richter verantworten.

Die Rotschlamm-Katastrophe richtete schwere Umweltschäden an.  SN/APA (AFP)/PETER KOHALMI
Die Rotschlamm-Katastrophe richtete schwere Umweltschäden an.

Bei der durch einen Dammbruch verursachten Umweltkatastrophe hatte Anfang Oktober 2010 rund eine Million Kubikmeter ätzender Rotschlamm die Orte Kolontar und Devecser überschwemmt. Zehn Menschen starben, mehr als 200 wurden teils lebensgefährlich verletzt. Die Schlammlawine zerstörte mehr als 300 Häuser und verursachte schwerste Umweltschäden.

Richterin Csilla Zolyomi habe die Aufhebung des am 28. Jänner 2016 ergangenen Urteils erster Instanz mit gravierenden Fehlern und Widersprüchen im Hauptverfahren begründet, berichtete das Portal "kisalföld.hu". Es sei nicht erkennbar, auf welcher der Grundlage das Gericht in Veszprem zu seiner Entscheidung kam.

Auftretende Widersprüche hätten das Gericht nicht interessiert, betonte die Richterin. Es sei unklar, auf welche Aussagen der Beschuldigten sich das Gericht in Veszprem stützte - die bei der Polizei oder jene vor Gericht. Nach dem Dammbruch habe das Management der MAL AG keine Reaktion gezeigt, ja nicht einmal telefoniert, worauf das Urteil keinen Bezug genommen habe. Darüber hinaus rügte die Richterin in Györ Unzulänglichkeiten in der Bewertung von Expertengutachten.

Quelle: APA

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