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Roger Moore - Der ewige James Bond

Irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass bei Roger Moore das Grinsen angeboren ist. Ob er in seiner Paraderolle als James Bond gerade eines der Bond-Girls vernascht, als Simon Templar einen Geheimauftrag ausführt oder vor Live-Publikum seine Bücher signiert: Der Schalk scheint dem langen Londoner stets im Nacken zu sitzen. Auch noch im vergleichsweise hohen Schauspieleralter. Roger Moore, der inzwischen in Monaco lebt, feierte bereits seinen 85. Geburtstag.

Für den Rest seines Lebens wird Sir Roger mit der Rolle als 007 in Verbindung gebracht werden - obwohl er nie einen Wodka Martini mit den Worten "geschüttelt, nicht gerührt" bestellt hat. "Die Leute grüßen mich noch immer manchmal als James Bond", sagt Moore in einem Interview. Siebenmal gab er in den 1970er und 1980er-Jahren den Super-Agenten und gleichzeitig das Sex-Symbol im Geheimdienst Ihrer Majestät. Auch in seinen zwölf Jahren als Bond ging Moore der Humor nie verloren - obwohl er seinen Vorgänger Sean Connery für den besseren in der Rolle hielt. Kritiker mutmaßen sogar, Moore habe den eigentlich ernst gemeinten Romanstoff Ian Flemings zu sehr zum Klamauk verkommen lassen. Als Moore 58 war, gab er die Lizenz zum Töten zurück. "Das war der Tiefpunkt in meinen Leben", sagte er einmal dem "Guardian". Ob er das diesmal ernst meinte, wird nicht so recht klar.

Dabei war Roger Moore, Sohn eines Polizisten und Junge aus einfachen Verhältnissen im armen Londoner Süden, in den vergangenen Jahren nicht immer nur zum Lachen. Er überwand seinen Prostata-Krebs und schwere Herzrhythmusstörungen. Seinen privaten Fokus hat er längst auf die Hilfe für bedrohte Kinder und für Tiere gelegt - inspiriert von seiner Schauspieler-Kollegin und Ex-Nachbarin Audrey Hepburn. Moore ist für das UN-Kinderhilfswerk Unicef und für die Tierschutzorganisation Peta aktiv.

(SN, Dpa)

Aufgerufen am 23.06.2018 um 11:23 auf https://www.sn.at/panorama/international/roger-moore-der-ewige-james-bond-5640739

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