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Russlands Duma für mildere Strafen bei häuslicher Gewalt

Das russische Abgeordnetenhaus hat am Donnerstag mit großer Mehrheit ein Gesetz unterstützt, mit dem die Strafen für Gewalt in Familien verringert werden sollen. Das Gesetz muss noch in einer weiteren Lesung sowie vom Föderationsrat gebilligt werden. Am Mittwoch stimmten 385 Abgeordnete dafür und zwei dagegen.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Schläge bei Familienangehörigen, wenn sie keine ernsthaften Verletzungen verursachen, nicht mehr als Straftat, sondern als Ordnungswidrigkeit gewertet werden. Die Unterstützer des Gesetzentwurfes argumentieren, sie wollten das Recht von Eltern zu disziplinarischen Maßnahmen gegenüber ihren Kindern bewahren und die Einmischung des Staates in Familienangelegenheiten reduzieren. Schwere Körperverletzung bleibe weiterhin strafbar.

Kritiker der Gesetzesänderung befürchten, dass Gewalt gegen Frauen damit ungesühnt bleibt und betrachten dies als gesellschaftlichen Rückschritt. "Die Botschaft lautet: Wir wollen niemanden bestrafen, weil er zu Hause seine Familie schlägt, denn er hat das Recht dazu", erklärte Maria Mochowa, Leiterin eines Krisenzentrums für Misshandlungsopfer. Nach UN-Angaben sterben jedes Jahr rund 14.000 Frauen in Russland durch Gewalt ihrer Ehemänner oder anderer Verwandter.

Quelle: Apa/Ag.

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