Kopf des Tages

Sänger, Intendant und "Mr. Wunderbar": Harald Serafin wird 85

Der Sänger, Schauspieler, Entertainer und langjährige Intendant der Seefestspiele Mörbisch, Harald Serafin, wird am Samstag (24. Dezember) 85 Jahre alt. Neben seinen immer noch zahlreichen Bühneneinsätzen machte den umtriebigen Kammersänger auch seine "Rolle" als milder "Dancing Stars"-Juror einem breiteren (Fernseh-)Publikum bekannt und ließ ihn zum "Mister Wunderbar" werden.

"Mr. Wunderbar" Harald Serafin wird 85. SN/Andreas Kolarik
"Mr. Wunderbar" Harald Serafin wird 85.

Serafin wurde am 24. Dezember 1931 in Litauen geboren. Seine Mutter stammt aus dem Salzburgerischen, von ihr hat er nach eigener Aussage seine lustige Art und das Talent, "Kundschaft aufzureißen". Vom Vater, einem Italiener, kommt das Temperament. Die Eltern mussten 1939 zunächst Litauen verlassen, ein paar Jahre später flüchteten sie von Ostpreußen nach Bamberg. Geld wurde von den Geschäftsleuten im eigenen Textilhaus erwirtschaftet. Ihr Sohn Harald sollte ursprünglich Arzt werden.

Einige Semester studierte Serafin Medizin, überlegte allerdings immer wieder aufzuhören. Irgendwann fand er den richtigen Zeitpunkt, "um gegen die Eltern zu protestieren. Es war ein ganz toller Moment meines Wachstums. Ich wurde ein Mann", sagte der weihnachtliche Jubilar einmal zur APA. Serafin ging an die Hochschule für Musik in Berlin und an das Konservatorium in Nürnberg und ließ sich zum Opernsänger (Bariton) ausbilden.

Nach Engagements in der Schweiz und in Deutschland, entdeckte ihn sein nunmehr guter Freund Otto Schenk und engagierte ihn als "Eisenstein" im Operettenklassiker "Die Fledermaus" von Johann Strauß. Danach nahm Serafins Karriere ihren Lauf. Auftritte in zahlreichen Opernhäusern, in der Volksoper in Wien, am Theater an der Wien und Konzerte in den USA und in Japan folgten.

1989 musste sich Serafin einer Stimmbandoperation unterziehen und beschloss in der Folge, das Singen ad acta zu legen. 1992 übernahm er eine bis dahin mäßig erfolgreiche Operettenbühne am Neusiedler See. In im Lauf seiner Intendanz machte er die Seefestspiele Mörbisch zum sprichwörtlichen "Mekka der Operette". Serafin krempelte alles um, ließ Bühne, Zuschauertribüne, Technik, Eingangsbereich um- und ausbauen und brachte von Jahr zu Jahr immer mehr Publikum in die nordburgenländische Gemeinde. Pro Saison kamen bald bis zu 220.000 Besucher nach Mörbisch.

Serafin stand oft auch selbst auf der Seebühne. In seinen Ansprachen vor Premieren ließ es sich der Entertainer nicht nehmen, mitunter anwesende Politiker aufs Korn zu nehmen. Nach 20 Jahren an der Spitze der Unternehmung trat Serafin 2012 mit der "Fledermaus" ab. 2015 erhielt er die Ehrenmitgliedschaft der Seefestspiele.

Einen bleibenden Eintrag im österreichischen kollektiven TV-Bewusstsein bescherte Serafin sein Juryeinsatz in der zweiten Staffel der ORF-Promi-Tanzshow "Dancing Stars" 2006: Die "Wunderbar"-Ausrufe in seinen Beurteilungen machten ihn zum "Mister Wunderbar" - und als solchen auch beim jüngeren Publikum bekannt. Den reiferen TV-Freunden ist Serafin schon seit geraumer Zeit als Stammgast der "Seitenblicke" ein vertrautes Gesicht.

Für den ORF zog der Publikumsliebling in "Serafin on tour" auch als Kulturbotschafter durch das Land, indem er bis 2014 im Rahmen der Sendung heimische Festspielbühnen besuchte. In den vergangenen Jahren zog es den Kammersänger auch immer wieder auf die Theaterbühne. So war er etwa 2015 in Helmuth Lohners letzter Regiearbeit in Bob Larbeys "Schon wieder Sonntag" in den Kammerspielen des Theaters in der Josefstadt an der Seite von Otto Schenk zu sehen. Zuletzt gab Serafin im September auf der Bühne des Salzburger Landestheaters und auf Servus TV den "Daniel" in der vom ehemaligen Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann inszenierten Theater- und Live-TV-Produktion von Friedrich Schillers "Die Räuber".

Serafin ist Träger zahlreicher Auszeichnungen, darunter der höchste Orden des Landes Burgenland, das Komturkreuz (1996), das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst (2001) oder die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold (2007).

Quelle: APA

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