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Schiffsreste der Costa Concordia sollen ins Museum

Genau fünf Jahre nach dem katastrophalen Unglück des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia mit 32 Toten ist die Abwrackung des Luxusliners im Hafen Genua zu Ende.

 SN/EPA

Das Meeresmuseum von Genua will die Erinnerung an das Schiffsunglück wach halten: Ein Saal soll der Costa Concordia-Tragödie gewidmet werden.

"Wir wollen im Museum bedeutende Reste des Schiffes aufbewahren, damit seine Geschichte nicht vergessen wird", sagte die Präsidentin des Museums, Maria Paola Profumo. Dabei soll unter anderem auf die technisch spektakuläre Bergung und Abschleppung nach Genua hingewiesen werden.

Kontakte habe das Museum bereits mit der Reederei Costa Crociere, Betreiberin des Schiffes, sowie mit den Unternehmen aufgenommen, die den Luxusliner zerstückelt haben. 50.000 Tonnen Stahl konnten wiederverwertet werden. "Es wäre ein großer Fehler, die Geschichte der Costa Concordia zu löschen, die in der Erinnerung der Überlebenden und der vielen Menschen wach bleiben wird, die sich an ihrer Bergung beteiligt haben", so Profumo laut der Tageszeitung "La Repubblica".

Das Meeresmuseum in Genua hat in den vergangenen Monaten eine Ausstellung über den italienischen Luxusliner Andrea Doria organisiert, der am 25. Juli 1956 vor der US-Ostküste mit einem anderen Passagierdampfer kollidierte und dann unterging. Fast 50 Menschen, die meisten davon Passagiere des italienischen 30.000-Tonnen-Schiffes, starben.

Die Pläne des Museums für die Costa Concordia sorgen aber für Debatten. Der Bürgermeister der Insel Giglio, vor der das Schiff havariert war, sprach von einer "makabren Idee". "Die Erinnerung an die Costa Concordia sollte nicht mit Schiffsresten wach gehalten werden, sondern mit der Fokussierung auf andere Aspekte dieser Tragödie, wie die spektakuläre Bergung, die wir Italiener so erfolgreich gemeistert haben", sagte Sergio Ortelli.

Ähnlicher Meinung ist der Gewerkschafter Ettore Torzetti, der sich in Genua den Problemen der Schiffsbranche widmet. "Ich glaube nicht, dass einige Eisenstücke dazu dienen, die Erinnerung an das Costa-Concordia-Unglück wach zu halten. Die Costa Concordia darf nicht vergessen werden, und genau deshalb müssen wir alles dafür tun, dass ein Unglück dieser Art nie wieder vorkommt, weder in Italien, noch auf der ganzen Welt", betonte Torzetti.

Quelle: APA

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