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Schöpfer der "Bregenzer Dramaturgie": Alfred Wopmann wurde 80

Als Erfinder der "Bregenzer Dramaturgie" hat Alfred Wopmann die Bregenzer Festspiele nachhaltig geprägt und ihnen zu internationalem Renommee verholfen. Aber auch abseits des Festivals am Bodensee hat Wopmann die kulturelle Welt in Österreich eindrücklich mitgestaltet. Am Mittwoch, 23. November, feierte der gebürtige Welser seinen 80. Geburtstag.

Schöpfer der "Bregenzer Dramaturgie": Alfred Wopmann wurde 80 SN/APA/STADT GRAZ/FISCHER
Alfred Wopmann.

Wopmann maturierte in Wien, wo er an der Musikhochschule (Hauptfach Violine) und an der Universität studierte und 1962 promoviert wurde. Für seine Dissertation erhielt er 1963 den Körnerpreis. Seine berufliche Karriere startete er u.a. beim Tonkünstlerorchester und als Geigersubstitut bei den Wiener Symphonikern. Von 1972 bis 1982 war Wopmann Assistent und selbstständiger Regisseur u.a. an der Wiener Staatsoper, bei den Salzburger Festspielen, an der Mailänder Scala, dem Teatro La Fenice in Venedig oder am Opernhaus Zürich.

1983 begann für den vielseitigen Jubilar seine Zeit bei den Bregenzer Festspielen, wo er die sogenannte "Bregenzer Dramaturgie" entwickelte - die bekannte und im Wesentlichen bis heute beibehaltene Mischung aus publikumswirksamen Opern auf der Seebühne und Raritäten im Festspielhaus. Innerhalb kurzer Zeit schaffte er es, die Opernaufführungen zu Ereignissen zu machen, die von der heimischen und internationalen Fachpresse beachtet wurden.

Von der "Zauberflöte" (1985) über den "Fliegenden Holländer" bis zum Sensationserfolg "Nabucco", stets war den Inszenierungen auch Publikumserfolg beschieden. 1999 gingen die Bilder des überdimensionalen Bühnenbilds von Verdis "Ein Maskenball" um die Welt. Die Kulisse erhielt vom internationalen Opernmagazin "Opernwelt" die Auszeichnung "Bühnenbild des Jahres". 2003 schließlich fiel für Wopmann der Vorhang bei den Bregenzer Festspielen. Mit dem Musical "West Side Story" nahm er seinen Abschied.

Und auch dieser sollte fulminant ausfallen. Seine letzte Seebühnenproduktion lockte mit mehr als 200.000 Musikbegeisterten bis dahin nicht nur die meisten Besucher seiner Intendantenzeit an, sondern erzielte auch einen Einnahmenrekord. Am Ende seiner Bregenzer Zeit sprach Zufriedenheit aus Wopmanns Resümee: In seiner Ära seien die Bregenzer Festspiele "von einer belächelten Operettenbühne zum anerkannten Festival geworden", sagte damals der scheidende Festivalleiter. Der damalige Festspielpräsident Günter Rhomberg sprach Wopmann höchste Anerkennung und "tief empfundenen Dank" aus: Der Künstlerpersönlichkeit sei der Durchbruch der Festspiele zu verdanken. 2006 wurde der Altintendant dafür von Rhomberg mit dem "Festspiel-Globus" ausgezeichnet.

Nach seiner Zeit in Bregenz war und ist Wopmann als Berater sowie in Vorständen und Aufsichtsräten gefragt. Aktuell steht er unter anderem dem Aufsichtsrat der Theaterholding Graz vor und ist Mitglied im Kuratorium der Wiener Symphoniker. Als Lehrer wirkte er etwa am Mozarteum Salzburg und an der Universität Zürich. Wopmann ist Träger von Auszeichnungen wie dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse (1995), des Silbernen Ehrenzeichens des Landes Vorarlberg (1995), des Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien (2001) und des Großen Ehrenzeichens des Landes Steiermark (2012).

Quelle: APA

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