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Schwerste Waldbrände in der Geschichte Chiles

Bei einem Besuch in den Waldbrandgebieten im Zentrum von Chile hat Staatschefin Michelle Bachelet weitere Finanzhilfen für die betroffenen Regionen angekündigt. Es handle sich um die schlimmsten Waldbrände "in unserer Geschichte", sagte sie am Dienstag im Katastrophengebiet.

Den Bränden fielen nach Behördenangaben bisher mehr als 160.000 Hektar Land zum Opfer, gut 4.000 Bewohner der dünn besiedelten Region mussten ihre Häuser verlassen.

Bachelet sagte in der Region O'Higgins rund 120 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago de Chile, sie habe das Finanzministerium beauftragt, zusätzliche Gelder für die Brandbekämpfung sowie den Wiederaufbau aufzubringen. Es gebe "viele Familien, die alles verloren haben". Bachelet sagte ihre Teilnahme an einem Gipfel der Gemeinschaft Lateinamerikanischer und Karibischer Staaten (Celac) in der Dominikanischen Republik ab, um die Brandbekämpfung zu beaufsichtigen.

Die Waldbrände in Chile wüten seit einer Woche an zahlreichen Orten. Wie der nationale Waldverband Conaf mitteilte, wurden bis Dienstag sieben Brände gelöscht und 51 weitere unter Kontrolle gebracht. 34 Feuer wüteten aber weiter unkontrolliert. Die am stärksten betroffenen Gebiete sind O'Higgins und El Maule.

Nach Angaben der Behörden wurden bereits 161.000 Hektar Land zerstört. Mehr als 4.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Insbesondere die Landwirte der Region hatten Schäden zu beklagen. Die Zahl der Betroffenen ist allerdings relativ niedrig, weil vor allem dünn besiedelte landwirtschaftliche Flächen betroffen sind.

"Das ist die größte Katastrophe, die wir je erlebt haben", sagte der 29-jährige Paulo Morales. "Wir brauchen mehr Hilfe von der Regierung." Juan Carlos Donoso sagte: "Wir haben große Angst, weil wir Bauern sind - wir haben Tiere, Felder und Häuser, die verbrannt sind." In Chile ist derzeit Sommer, auch starke Winde fachen die Feuer weiter an. Im Kampf gegen die Flammen kamen bereits drei Feuerwehrleute ums Leben, drei weitere wurden verletzt.

Die USA boten 100.000 Dollar (93.040,57 Euro) Nothilfe an, Mexiko schickte Feuerwehrleute. Außerdem trafen Brandbekämpfungsspezialisten aus Frankreich in Santiago de Chile ein. Die Familie Walton, Eigentümerin der US-Kette Walmart, finanzierte die Entsendung einer Boeing 747 in die Brandgebiete, die bei den Löscharbeiten helfen soll.

Waldbrände kommen während der Sommermonaten in den trockenen Wäldern Chiles häufig vor. Dieses Jahr ist die Lage aber besonders kritisch, weil sich in den vergangenen acht Jahren eine Dürre entwickelt hatte. Umweltschützer führen diese auf den Klimawandel zurück.

Quelle: Apa/Ag.

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