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Sechs Tote nach Erdbeben in Chile

Vor vier Jahren richtete ein Erdbeben in Chile verheerende Schäden an. Jetzt bebte die Erde im Norden des Landes. Das Land war vorbereitet. Die Schäden sind kleiner als der Schrecken.

Sechs Tote nach Erdbeben in Chile
Sechs Tote nach Erdbeben in Chile
Sechs Tote nach Erdbeben in Chile
Sechs Tote nach Erdbeben in Chile
Sechs Tote nach Erdbeben in Chile
Sechs Tote nach Erdbeben in Chile
Sechs Tote nach Erdbeben in Chile
Sechs Tote nach Erdbeben in Chile
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Sechs Tote nach Erdbeben in Chile
Sechs Tote nach Erdbeben in Chile
Sechs Tote nach Erdbeben in Chile

Nach dem Schrecken, die Erleichterung. Das stärkste Erdbeben in Nordchile seit knapp 150 Jahren ging relativ glimpflich aus. Nach ersten Berichten kamen sechs Menschen bei dem Beben der Stärke 8,2 am Dienstagabend um. Knapp eine Million Bewohner des Küstenstreifens übernachteten im Freien oder in öffentlichen Gebäuden. Sie folgten diszipliniert der Anweisung, bei einer Tsunami-Gefahr auf eine Anhöhe zu flüchten.

Das war vor vier Jahren anders, als am 27. Februar 2010 ein Erdbeben der Stärke 8,8 Südchile erschütterte. Damals kamen mehr als 500 Menschen ums Leben. Der Tsunami traf die Bevölkerung unvorbereitet und richtete großen Schaden an. Die Zeit zwischen den beiden Erdbeben wurde nicht nur zum bebensicheren Wiederaufbau genutzt. Zahlreiche Simulationen trainierten die Bevölkerung und stellten ein besseres Frühwarnsystem auf. Sirenen und auch Smartphones alarmierten die Küstenbewohner.

Doch nicht überall funktionierte es nach Plan: In der Stadt Arica war eine Ausschreibung für moderne Sirenen wegen bürokratischer Hürden gescheitert. Die alten Sirenen hängen jedoch am Stromnetz der Stadt - als dieses mit dem Beben zusammenbrach, konnte der Alarm nicht aktiviert werden. Auch flüchteten einige entgegen der Anweisung in Autos und verursachten Staus. Die meisten Menschen begaben sich aber wie vorgesehen zu Fuß auf die nächste Anhöhe.

Es war nicht das von Experten gefürchtete Mega-Erdbeben. Seit dem letzten großen Beben in der Region von 1877 hat sich in Nordchile eine enorme tektonische Energie angesammelt. Die Nazca-Platte unter dem Pazifik bewegt sich um jährlich sieben Zentimeter ostwärts gegen die südamerikanische Platte, auf deren Westrand Chile liegt. Die Seismologen erwarteten deshalb ein südamerikanisches "Big One" der Stärke 9,5 auf einer Strecke von 600 Kilometern in Nordchile. Rund 400 Beben geringerer Stärke in den letzten Wochen gaben Anlass zur Sorge, dass das Großereignis passieren könnte.

Das Beben vom Dienstag ereignete sich auf der 200 Kilometer langen Strecke zwischen den Städten Iquique und Arica, erklärte der Leiter der chilenischen Erdbebenwarte CSN, Sergio Barrientos. Hiermit sei ein Teil der aufgestauten Energie abgeleitet worden. In Zukunft seien weitere Beben ähnlicher Stärke nördlich von Arica und südlich von Iquique zu erwarten. Die Möglichkeit eines größeren Erdbebens sei aber durch die Spaltung der tektonischen Kontaktzone in drei Fragmente unwahrscheinlicher geworden.

Staatschefin Michelle Bachelet kann aufatmen. Vor vier Jahren traf sie in ihrer ersten Regierungsperiode harte Kritik wegen des schlechten Krisenmanagements nach dem Erdbeben wenige Tage vor der Amtsübergabe an ihren Nachfolger Sebastián Piñera. Jetzt, drei Wochen nachdem sie die Präsidentschaft wieder übernommen hat, konnte sie die Führung eines geordneten Katastrophenmanagements übernehmen.

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