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Sieben Tote nach Erdrutsch auf Ischia

Die Opferzahl des Erdrutsches auf der italienischen Insel Ischia erhöht sich. Sieben Tote wurden am Sonntag von den Rettungseinheiten geborgen, nach fünf Vermissten wird noch gesucht. Zu den Toten zählen eine auf Ischia lebende Bulgarin und zwei Kinder. Das jüngste Opfer ist ein 21 Tage alter Bub.

Aufräumarbeiten in Casamicciola nach der Katastrophe vom Samstag SN/APA/ELIANO IMPERATO
Aufräumarbeiten in Casamicciola nach der Katastrophe vom Samstag

Weitere Tote sind eine 31-jährige Frau, ein fünfjähriges Mädchen, eine Pensionistin sowie eine weitere Person, die noch identifiziert werden muss, teilten die Behörden mit. Zu den Vermissten zählen zwei Eltern und ihr fünf Jahre altes Kind. Die Suche nach Verschütteten wird über die ganze Nacht fortgesetzt, teilten die Behörden mit.

Ein Mann konnte gerettet werden, während er bis zum Hals im Schlamm steckte. Schlechtes Wetter und starker Wind erschwerten die Bergungsarbeiten in der hauptbetroffenen Region. Mehrere in ihren Häuser isolierte Personen, die ohne Strom und Wasser ausharren mussten, konnten von den Rettungsteams zunächst nicht erreicht werden. Die Zahl der Verletzten sank von 13 auf vier, wobei ein Mensch schwer verletzt sei. Die Zahl der obdachlos gewordenen Personen stieg auf 230. Sie wurden in Hotels der Insel untergebracht.

Der Ministerrat in Rom tagte am Sonntag und rief den Notstand auf Ischia auf. Damit sollen Finanzierungen für die Obdachlosen und den Wiederaufbau rascher locker gemacht werden. Zwei Millionen Euro will die Regierung laut Medienangaben für Wiederaufbauarbeiten zur Verfügung stellen.

Die Regierung will noch bis Ende dieses Jahres einen umfangreichen Plan zur Bekämpfung der negativen Auswirkungen des Klimawandels verabschieden, teilte der Ministerrat mit. Die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni entsandte Soldaten zur Unterstützung der Rettungskräfte. Sie kündigte an, sie werde bald die Insel besuchen.

Der Papst kondolierte beim Angelus-Gebet am ersten Adventsonntag den Familienangehörigen der Betroffenen auf Ischia. Er bete für die Menschen, die auf der Insel leiden, und für die Rettungskräfte, sagte der Heilige Vater vor den auf dem Petersplatz in Rom versammelten Pilgern.

Am frühen Samstag war das Unwetter über die Insel mit etwas mehr als 60.000 Einwohnern hereingebrochen. Besonders betroffen war der Küstenort Casamicciola im Norden. Schlammmassen beschädigten Häuser, in denen auch einige der Vermissten vermutet wurden. Die Feuerwehr rettete nach eigenen Angaben zwei Menschen aus einem Auto, das ins Meer gerissen wurde. Sie war insgesamt mit 100 Kräften und 40 Fahrzeugen im Einsatz.

Italien wird immer häufiger von schweren Erdrutschen getroffen. Bei Unwettern in der Adria-Region Marken waren im September 13 Menschen ums Leben gekommen. Seit Freitag herrscht Unwetter-Alarm in Süditalien. In Venedig wurde Hochwasser gemeldet, die Lagunenstadt wird von einem System von Dammbarrieren vor den Fluten geschützt.

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