International

Skandal um Spenden für Mädchen: Luxusgüter entdeckt

Ein Skandal um eine betrügerische Spendenkampagne für ein krankes Mädchen in Spanien hat offenbar einen weit größeren Umfang als zunächst angenommen. Laut den Ermittlungen der Polizei sollen die Eltern in den vergangenen Jahren Gelder in Höhe von 918.000 Euro bekommen haben. Damit sollte deren Angaben zufolge eine aufwendige medizinische Behandlung ihrer Tochter Nadia in den USA finanziert werden.

Das elfjährige Mädchen leidet unter einer seltenen Stoffwechselerkrankung. Zuvor hatte es geheißen, nach dem letzten Spendenaufruf seien 150.000 Euro zusammengekommen. Im Haus der Familie hätten die Ermittler jetzt persönliche Werte in Höhe von 600.000 Euro gefunden, darunter 32 Uhren im Wert von 50.000 Euro und teure elektronische Geräte, berichtete die Zeitung "El Pais" am Freitag.

Der Fall ist in Spanien seit Tagen in den Schlagzeilen. Die Eltern waren am Mittwochabend festgenommen worden, die Mutter kam aber am Donnerstag wieder auf freien Fuß, damit sie sich um ihre Tochter kümmern kann. Beide wurden am Freitag erstmals verhört.

Der Vater hatte in Medien immer wieder um Spenden gebeten - nach seinen Worten, um damit eine teure Behandlung in Houston zu finanzieren, die das Mädchen retten sollte. "El Pais" hatte aber am Wochenende aufgedeckt, dass die Eltern sich die Therapie nur ausgedacht haben sollen. Ein Richter leitete Ermittlungen ein, worauf die Konten der Familie gesperrt wurden. 

Quelle: Apa/Dpa

Aufgerufen am 21.11.2018 um 05:13 auf https://www.sn.at/panorama/international/skandal-um-spenden-fuer-maedchen-luxusgueter-entdeckt-811861

Schlagzeilen