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Sommerzeit oder Winterzeit? Letzte Umstellung erfolgt 2019

Nächstes Jahr im Oktober sollen die EU-Länder zum letzten Mal von Sommer auf Winterzeit wechseln können. Klingt einfach, ist es aber nicht. Am Ende könnte es sogar mehr Zeitzonen geben.

Die letzte Umstellung wird 2019 erfolgen. SN/APA (dpa)/Karl-Josef Hildenbrand
Die letzte Umstellung wird 2019 erfolgen.

Ein letztes Mal soll an der Zeit gedreht werden, wie die EU-Kommission am Freitag in Brüssel vorschlug: Im Oktober 2019 sollen jene EU-Länder, die sich für die Winterzeit entscheiden, zum letzten Mal ihre Uhren um eine Stunde zurückstellen. Jene Länder, die dauerhaft in der Sommerzeit bleiben wollen, tun - gar nichts.

Damit soll eine jahrzehntelange Diskussion über Sinn und Unsinn des halbjährlichen Wechsels zwischen Sommer- und Winterzeit enden. Das jedenfalls ist der Wunsch der zuständigen Verkehrskommissarin Violeta Bulc, wie sie sagte.

Noch aber gibt es heiße Diskussionen und viele Fragen, wie es weitergeht, nachdem die EU-Kommission die Zuständigkeit für die Wahl der Zeit an die Mitgliedsländer zurückzugeben haben wird.

Was wird eigentlich abgeschafft?

Die jährliche, zweimalige Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit im Oktober und wieder zurück im März. Damit ist Schluss. Nach der letzten Umstellungsmöglichkeit Ende Oktober 2019 bleiben alle EU-Länder bei der ein Mal gewählten Zeit. Wobei die Winterzeit eigentlich die Normalzeit ist.

Haben dann alle Länder dieselbe Zeit?

Nein. Erstens gibt es drei Zeitzonen in Europa, die durch die geographische Lage bedingt sind (west-, ost- und mitteleuropäische Zeit). Und zweitens: Wenn die EU-Staaten frei zwischen dauerhafter Sommer- und Winterzeit wählen können, dann ist es theoretisch möglich, dass sogar Nachbarstaaten unterschiedliche Zeiten haben. Das würde freilich dem Wunsch der Kommission zuwiderlaufen, wonach sich die Staaten aus Rücksicht auf einen größeren Wirtschaftsraum koordinieren sollten.

Wie werden sich die Länder entscheiden?

Das ist noch nicht absehbar. Im Oktober soll das Thema Zeitumstellung beim Ministertreffen in Graz sein. Das kündigte Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) in seiner Eigenschaft als EU-Ratsvorsitzender an. Die Bundesregierung hatte sich bereits Ende August für ein EU-weites Ende der Zeitumstellung ausgesprochen.

Warum kommt das Ende der Zeitumstellung?

Die EU-Kommission hat eine nicht repräsentative Online-Umfrage durchgeführt, wie die EU-Bürger zum Thema stehen. Dabei kam im August heraus: 84 Prozent der 4,6 Millionen Teilnehmer waren für die Abschaffung der Zeitumstellung. Mitgemacht haben weniger als ein Prozent der EU-Bürger, die größte Beteiligung gab es in Deutschland und Österreich.

Warum gab es die Zeitumstellung überhaupt?

Sie wurde von den Ländern unterschiedlich eingeführt, aber immer um länger Tageslicht zu haben - und daher Energie zu sparen. Im ersten und zweiten Weltkrieg ging es um die Kohlevorräte, nach der Energiekrise der 1970er Jahre um Öl. All diese Gründe sind mittlerweile weggefallen.

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Aufgerufen am 23.09.2018 um 12:00 auf https://www.sn.at/panorama/international/sommerzeit-oder-winterzeit-letzte-umstellung-erfolgt-2019-40064011

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