Dort, wo die Hubschrauber am Freitag riesige Care-Pakete absetzten, liefern innerhalb von Minuten riesige Menschentrauben zusammen. Im völlig zerstörten Tacloban mit einer Bevölkerung von mehr als 200.000 Einwohnern standen die Menschen stundenlang Schlange, um ein paar Flaschen Trinkwasser zu ergattern. "Den Taifun haben wir überlebt, aber am Hunger sterben wir vielleicht", meinte die fünffache Mutter Lolita Kimanliman, die bei dem Taifun im Sportstadion Astrodome Zuflucht gesucht hatte. Ihr Mann ertrank.
3621 Tote durch Taifun "Haiyan"Die philippinische Regierung hat die Zahl der Todesopfer des Taifuns "Haiyan" nach oben korrigiert. Demnach kamen 3621 Menschen ums Leben. Die Zahl der Vermissten lag laut Behörden bei 1140. Zuvor war offiziell von 2360 Toten und 77 Vermissten die Rede gewesen. Die UNO hatte zuletzt von mindestens 4460 Toten gesprochen. Das UNO-Büro für die Koordinierung der Hilfseinsätze (OCHA) berief sich dabei auf Angaben von regionalen Einsatzkräften des philippinischen Nationalen Katastrophenschutzes vom Mittwoch. Die philippinischen Behörden wollten die Zahlen jedoch nicht bestätigen. Anfangs hatte die philippinische Regierung die Zahl der Todesopfer durch den Wirbelsturm auf 10.000 geschätzt.
Kein Kontakt zu sieben Österreichern Zu sieben Österreichern, die sich derzeit im Katastrophengebiet aufhalten, hatte das Außenministerium in Wien am Freitag noch keinen Kontakt herstellen können. Ein 32-jähriger Salzburger aus Großgmain (Flachgau), zu dem in den vergangenen Tagen keine Verbindung bestand, habe sich laut Sprecher Martin Weiss bei seiner Familie gemeldet: "Er ist wohlauf."
Die Liste der zu erreichenden Österreicher auf den Philippinen werde jedenfalls stetig kürzer. Am Mittwoch waren es noch rund 20 Personen, mit denen die Kontaktaufnahme scheiterte, sagte Weiss zur APA. Insgesamt leben laut Weiss 760 Auslandsösterreicher auf den Philippinen, jedoch nur "eine Handvoll in den am schwersten betroffenen Gebieten". Laut dem Sprecher des Außenministeriums wurde das Personal der österreichischen Botschaft in Manila verstärkt.Überlebende versuchen zu fliehen Überlebende versuchen weiter, aus dem Katastrophengebiet zu fliehen. Am Hafen und am Flughafen von Tacloban stehen Tausende in langen Schlangen, um einen Platz auf wieder abreisenden Frachtmaschinen- und schiffen zu ergattern. Am Hafen und am Flughafen von Tacloban stehen Tausende in langen Schlangen, um einen Platz auf wieder abreisenden Frachtmaschinen- und schiffen zu ergattern. Hilfsgüter kommen endlich anDie Besatzung des amerikanischen Flugzeugträgers "USS George Washington" liegt vor der Küste von Samar und begann mit dem Ausladen der umfangreichen Hilfsgüter. Mehrere Flugzeuge waren von Bord an Land verlegt worden, um mehr Platz für die Hubschrauber zu machen, die dort bei Tageslicht ohne Unterlass beladen werden und die Hilfsgüter in bisher unerreichte Regionen des Katastrophengebietes fliegen.
Die britische Marine schickte ihren Flugzeugträger HMS Illustrious auf den Weg in die Gewässer vor den Philippinen. Von dem Schiff aus sollen Hubschrauber mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Medikamenten zu den Menschen in entlegenen Gegenden der aus Tausenden Inseln bestehenden Philippinen starten.
Das Schiff, gegenwärtig im Persischen Golf stationiert, soll am 24. November in der Region ankommen, teilte Premierminister Cameron mit. Noch am Freitag soll der Zerstörer HMS Daring die Region erreichen.
Gute Nachricht kam vom Wetterbüro: Nach tagelangem schweren Regen sollen die nächsten Tage im Katastrophengebiet sonnig bleiben.Haiyan richtete enorme Schäden anTaifun "Haiyan" war am vergangenen Freitag mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 300 Kilometern in der Stunde über Samar hereingebrochen. Es handelte sich um einen der stärksten je registrierten Stürme. Er löste eine gewaltige Sturmflut aus, die den Küstenstreifen auf einer breite von mehreren hundert Metern wie bei einem Tsunami unter Wasser setzte. Das Wasser riss Hütten, Container, Autos und Hausdächer mit und spülte riesige Frachtschiffe Hunderte Meter ins Land. Hunderttausende Menschen wurden obdachlos. Insgesamt rund zwölf Millionen Menschen sind laut UNO-Angaben vom Taifun und seinen Auswirkungen betroffen.
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Hilfe:
>>> Österreichisches Rotes Kreuz: Erste Bank 40014400144, BLZ 20111,Kennwort: Überflutungen Philippinen
>>> Caritas: PSK 7.700.004, BLZ 60.000, Kennwort: Taifun Katastrophe
>>> World Vision Österreich: Erste Bank Kto.-Nr 80080081800, BLZ 20111, Kennwort: Philippinen
>>> Diakonie Katastrophenhilfe: Erste Bank, Konto 28711966333, BLZ: 20111 Spendenzweck: Taifun, IBAN AT85 20111 287 119 66333, BIC GIBAATWWXXX
>>> UNICEF: PSK 15 16 500, BLZ 60.000, Stichwort: Kinder Philippinen
>>> Kindernothilfe Österreich: PSK 92144077, BLZ 60.000
>>> Volkshilfe Solidarität: PSK 1.740.400 BLZ 60.000, Kennwort: Katastrophenhilfe, Spenden SMS an die Nummer 0676/800 70 80, Online Spenden möglich
>>> Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs: PSK: 00093 028 745, BLZ 60000, Kennwort: ASBÖ Auslandshilfe.
>>> CARE Österreich: Spendenkonto: PSK 1.236.000, BLZ 60.000 Kennwort "Nothilfe Philippinen"


