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Teile der Londoner U-Bahn wegen Coronavirus stillgelegt

Teile der Londoner U-Bahn sind seit Donnerstag wegen der Coronavirus-Pandemie stillgelegt. Bis zu 40 Stationen sollen nach Angaben der Verkehrsbetriebe zunächst geschlossen werden, um das Ansteckungsrisiko zu verringern. Auch der Verkehr mit Bussen ist eingeschränkt worden. Derweil droht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit einer Ausgangssperre für den ganzen Freistaat.

In der Millionenstadt London verbreitet sich das Sars-CoV-2-Virusschneller als in anderen Regionen Großbritanniens. Es wird erwartet, dass die Metropole in den nächsten Tagen zur Sperrzone erklärt werden könnte. Premierminister Boris Johnson hatte dies auf einer Pressekonferenz auf Nachfrage nicht ausgeschlossen.

Auch in Bayern wird die Nervosität immer größer. "Wenn sich viele Menschen nicht freiwillig beschränken, dann bleibt am Ende nur die bayernweite Ausgangssperre als einziges Instrumentarium, um darauf zu reagieren. Das muss jedem klar sein", sagte Söder am Donnerstag. Man werde "nicht endlos zusehen", fügte er hinzu.

Söder sagte, es gebe Berichte, dass sich viele Menschen nicht an die Empfehlungen halten. Das schöne Wetter verführe zum Treffen mit Freunden an der Isar, im Englischen Garten, am Tegernsee oder an vergleichbaren Orten in Bayern. Es liege aber an jedem einzelnen, seinen Beitrag zu leisten. Söder rief explizit auch dazu auf, auf wechselseitige Einladungen von Kindern zu verzichten. Mit scharfen Worten kritisierte er unter anderem sogenannte "Corona-Partys".

Söder mahnte, im Kampf gegen die Krise müsse man soziale Kontakte ausdünnen und das öffentliche Leben herunterfahren. Nur dann könne das Gesundheitssystem den bevorstehenden Stresstest bestehen. "Hier geht es um Leben und Tod."

Die Zahl der in Deutschland bestätigten Infektionen stieg innerhalb eines Tages um 2.801 Fälle. Mit Stand Donnerstag 00.00 Uhr gebe es nun 10.999 bestätigte Infektionen, teilte das Robert-Koch-Institut in Berlin weiter mit. Es seien 20 Tote registriert. Die meisten Fälle gebe es in Nordrhein-Westfalen (3.033), Baden-Württemberg (2.155) und Bayern (1.692). Bezogen auf die Einwohnerzahl liegt Hamburg an der Spitze. Dort gebe es pro 100.000 Einwohner 23,46 bestätigte Fälle. Die geringste Zahl von Erkrankungen pro 100.000 Einwohner weise Thüringen mit 4,57 auf.

Die besonders stark von der Coronakrise betroffene spanischen Hauptstadt Madrid nutzt jetzt auch Hotels im Kampf gegen das Virus. Zunächst sollen zwei größere Häuser ausgerüstet werden, um Hunderte Patienten aufzunehmen und mehrere Krankenhäuser der Millionenstadt zu entlasten, wie Medien unter Berufung auf die Regionalregierung berichteten.

Quelle: Apa/Dpa

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