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Toter des Lawinenunglücks in Crans-Montana war Pistenretter

Beim Lawinenabgang am Dienstag in Crans-Montana (Kanton Wallis) ist ein Pistenretter, ein 34-jähriger Franzose, ums Leben gekommen. Zum Zeitpunkt des Unglücks befand er sich in einem Einsatz und half einer verletzten Person auf der Skipiste. Sein Arbeitskollege, die verletzte Person sowie ein vierter Wintersportler wurden ebenfalls von der Lawine erfasst, so die Bergbahnen von Crans-Montana.

Bei der Lawine wurden am Dienstag mindestens vier Personen verletzt SN/APA (KEYSTONE)/JEAN-CHRISTOPHE B
Bei der Lawine wurden am Dienstag mindestens vier Personen verletzt

Sie kamen aber mit leichten Verletzungen davon. Rettungskräfte konnten die Verschütteten schnell bergen. Der schwer verletzte Bergbahnmitarbeiter wurde in kritischem Zustand in einem Helikopter ins Spital geflogen, wo er in der vergangenen Nacht verstarb. Am Mittwochmorgen wurde die Suche nach möglichen Verschütteten eingestellt. Die Rettungskräfte hätten keine weitere Opfer gefunden, teilte die Polizei mit.

Die Schneemassen hatten sich am Dienstag gegen 14.15 Uhr an einem Hang in der Region La Plaine Morte gelöst, dem höchstgelegenen Bereich des Skigebiets. Die Piste Kandahar wurde dabei auf einer Länge von etwa 400 Metern verschüttet. Der Lawinenkegel erreichte mit einer Länge von 840 Metern, einer Breite von 100 Metern und einer Höhe von bis zu drei Metern ein gigantisches Ausmaß.

Ein Experte des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos ging in einer ersten Einschätzung von einer Gleitschneelawine aus. "Solche sind eine eher neue Erscheinung", sagt Carlo Danioth, Betriebsleiter Ost der Skiarena Andermatt-Sedrun. Dem Phänomen gehe ein warmer Boden im Herbst voraus. Wenn es früh auf diesen Boden schneie, werde dieser Schneeschicht nach und nach die Feuchtigkeit entzogen. Darauf setzten sich weitere, unter Umständen schwere Schneeschichten ab, worauf ein Hohlraum entstehe.

"Durch die äußere, wärmere Temperatur, wie sie dieser Tage herrscht, kommen solche Schneeschichten dann schneller ins Rutschen", erklärte Danioth. Albert Hegner, Pisten-Rettungschef von Saas-Fee, erläuterte ergänzend, dass solche Gleitschneelawinen schwerer zu kontrollieren und auch zu sprengen seien als übliche Lawinen.

Quelle: Apa/Ag.

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