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Umweltschützer fordern mehr Anstrengung und Geld

Auch Österreich hinkt bei den Klimazielen hinterher. SN/robert ratzer
Auch Österreich hinkt bei den Klimazielen hinterher.

Wenn am kommenden Montag die UN-Klimakonferenz in Bonn beginnt, hat das am 4. November 2016 in Kraft getretene Pariser Klimaabkommen bereits sein einjähriges Jubiläum hinter sich. Wie das Abkommen umgesetzt werden soll, ist weiterhin Gegenstand der COP 23-Verhandlungen. Die NGOs Global 2000 und Greenpeace forderten auf den Weg dahin ambitioniertere Klimaziele und finanzielles Engagement.

Neben dem "Paris Agreement Rulebook", das kommendes Jahr in Polen dann verabschiedet werden soll, wird in Bonn auch der "Facilitative Dialogue" in die Wege geleitet. Er hat das Ziel, dass sich die einzelnen Staaten ab 2020 zu ambitionierteren Klimazielen verpflichten. Die Verpflichtungen, die sich aus dem "erleichternden Dialog" ergeben, sind nicht verbindlich, ziehen also bei Nichteinhaltung keine Sanktionen nach sich.

Die österreichische Umweltschutzorganisation betonte in einer Aussendung die Wichtigkeit, dass alle teilnehmenden Staaten die Bereitschaft zeigen, ihre Klimaschutzpläne zu verbessern und die Treibhausgasemissionen stärker als bisher zugesagt reduzieren: "Die bisherigen Zusagen reichen nicht einmal ansatzweise aus, um ein Mindestmaß an Klimastabilität zu garantieren", sagte Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher der NGO.

Der diese Woche vorgestellte "Emissions Gap Report 2017" der UN-Umweltprogramm (UNEP) zeigte auf, dass die derzeitigen Klimaschutzpläne schon bis zum Jahr 2030 zu so hohen Emissionen führen, dass das Ziel, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, sich als unerreichbar darstellt, schrieb die NGO. Noch weit und steinig sei der Weg, das Versprechen von Paris einzulösen, folgerte Greenpeace. Deren Klima- und Energiesprecher Adam Pawloff erwartet sich von der Klimakonferenz unter dem Vorsitz des kleinen südpazifischen Inselstaats Fidschi jedoch einige Ergebnisse und hofft nach dem geplanten Rückzug der USA aus dem Klimaabkommen auf das Zweiergespann EU und China.

Österreich hinke bei seinen Klimazielen aber hinterher, kritisierte Pawloff, es mangle sowohl an einer verbindlichen Zielsetzung wie auch an einer Strategie, wie man den Verpflichtungen im Klimaschutz nachkommen soll. Gegenüber der APA forderte er von der künftigen österreichischen Regierung zudem die schrittweise Verdoppelung der öffentlichen Zuschüsse zur internationalen Klimafinanzierung bis 2020. Statt der 75 Millionen, die etwa 2016 geflossen sind, sollen es dann mindestens 150 Millionen sein.

Auch Global 2000 betonte, dass insgesamt zusätzliche Zusagen zur Klimafinanzierung notwendig seien, insbesondere in den Bereichen "Verluste und Schäden" (loss and damage) und Anpassung zur Schadensbegrenzung von bereits unvermeidbaren Klimaschäden. Hier gebe es Finanzierungslücken. Von Österreich wird gefordert, den Beitrag zum "Green Climate Fund" (GCF) von 35 Millionen US-Dollar auf 100 Millionen aufzustocken.

Die Gründung des Fonds war beim UN-Klimagipfel 2009 in Kopenhagen beschlossen worden, aber erst Ende 2014 wurden von den Geberländern erste Mittel bereitgestellt. Der GCF soll Entwicklungsländern beim Aufbau einer klimafreundlicheren Industrie helfen und Projekte finanzieren, mit denen der Klimawandel verlangsamt werden soll.

Quelle: APA

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