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Ungewöhnliche Reaktion auf rassistische Unterhaltung

Zwei Frauen in einem australischen Cafehaus beleidigen einen Ureinwohner. Wie ein Mann, der das Gespräch zufällig mitbekam, darauf reagierte, sorgt auf Facebook für Aufsehen.

Ungewöhnliche Reaktion auf rassistische Unterhaltung SN/walder
Symbolbild.

Der 31-jährige Jarred Wall aß zusammen mit seiner Familie in einem Kaffeehaus in der australischen Stadt Perth. Dabei schnappte er zufällig die Unterhaltung zweier Damen am Nebentisch auf. Wie Wall dem australischen Radiosender ABC Local verriet, diskutierten die Frauen angeregt über einen Mann, der "aufgrund seiner Hautfarbe an die Macht gekommen" sei. Die beiden Frauen unterhielten sich respektlos und rassistisch über einen Aborigine, einen australischen Ureinwohner.

Anstatt die Frauen zurechtzuweisen, überraschte Wall die Frauen mit einer ungewöhnlichen Geste. Der 31-Jährige, dessen Vorfahren selbst Aborigines waren, bezahlte die Rechnung seiner Tischnachbarinnen und fügte noch ein paar persönliche Anmerkungen hinzu.

24.000 Likes auf Facebook

"Genießen Sie den Tee! Mit Empfehlung der zwei Aborigines vom Nachbartisch Nummer 26", schrieb Wall auf den Kassabon. Die verwunderte Reaktion der Frauen konnte er zwar nur aus der Ferne beobachten, da seine Kinder unbedingt auf den nahegelegenen Spielplatz gehen wollten. Doch Wall postete ein Bild der Rechnung auf Facebook - und erhielt dafür mehr als 24.000 Likes. "Ich habe wirklich nicht gedacht, dass sich das alles so in die Höhe schrauben würde. Wenn ich damit etwas Bewusstsein schaffen und Respekt generieren konnte, dann ist mein Ziel aber erreicht."

Systematische Unterdrückung seit 200 Jahren

Die Unterdrückung der Aborigines begann mit der fortschreitenden Besiedelung Australiens durch die Europäer Ende des 18. Jahrhunderts. Erst 1949 erhielten alle Ureinwohner offiziell die australische Staatsbürgerschaft. In den 1960er-Jahren wurden ihnen schließlich auch die gleichen Bürgerrechte zugestanden. Heute leben ungefähr 600.000 Aborigines in Australien - über die Hälfte in Städten. Allerdings sind viele nach wie vor sozial schlechter gestellt. Armut, Arbeitslosigkeit, geringe Bildung sowie eine niedrigere Lebenserwartung sind wiederkehrende und generationenübergreifende Probleme im Leben vieler Aborigines. Anthropologen führen dies primär auf die Folgen der Kolonialisierung und der kulturellen Entwurzelung zurück.

Quelle: SN

Aufgerufen am 19.09.2018 um 08:54 auf https://www.sn.at/panorama/international/ungewoehnliche-reaktion-auf-rassistische-unterhaltung-1065187

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