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UNO-Staaten verhandeln über Hochseeschutz

In New York haben die mehr als 190 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen Verhandlungen über ein internationales Abkommen zum Hochseeschutz aufgenommen. Die Delegationen kamen am Dienstag zur ersten von vier zweiwöchigen Verhandlungsrunden zusammen, die bis 2020 abgeschlossen werden sollen. Ziel sind Regelungen für die Seegebiete, die nicht zum Hoheitsgebiet einzelner Nationalstaaten gehören.

Greenpeace wies auf die schützenswerte Artenvielfalt hin SN/APA (AFP)/DON EMMERT
Greenpeace wies auf die schützenswerte Artenvielfalt hin

Diese Meeresgebiete machen fast die Hälfte der gesamten Erdoberfläche aus. Das 1982 geschlossene UNO-Seerechtsübereinkommen enthält für die Gebiete auf offener See keinerlei Restriktionen. Umweltschützer hoffen, dass sich die internationale Gemeinschaft nun auf ein System aus Schutzgebieten auf hoher See einigt, um die Artenvielfalt der Weltmeere zu erhalten. Bei den UNO-Verhandlungen soll es auch um Nutzungsrechte für Meeresressourcen und um gemeinsame Forschung zur Bedeutung der Meere für Umwelt und Klima gehen.

Die Umweltorganisation Greenpeace ließ am Dienstag in der Nähe des UNO-Sitzes über dem New Yorker East River eine Schildkrötenfigur fliegen, um auf die schützenswerte Artenvielfalt in den Weltmeeren hinzuweisen.

"Dieses Abkommen zum Schutz der Hohen See könnte der willkürlichen Ausbeutung unserer Meere außerhalb nationaler Grenzen endlich ein Ende setzen. Regierungen weltweit müssen diese historische Chance für den Schutz unserer Meere ergreifen", forderte Lukas Meus, Meeressprecher bei Greenpeace in Österreich. Mithilfe des Abkommens solle die Möglichkeit geschaffen werden, weitreichende Meeresschutzgebiete auf Hoher See zu errichten.

Derzeit stehen nur ein Prozent der Hohen See und drei Prozent aller Meere unter Schutz. Wissenschafter würden aber davon ausgehen, dass dieser Anteil bis 2030 auf mindestens 30 Prozent erhöht werden muss, um den sensiblen marinen Lebensraum zu bewahren.

Quelle: Apa/Ag.

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