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UNO verspricht Cholera-Opfern in Haiti materielle Hilfe

Die Vereinten Nationen haben den Opfern der Cholera-Epidemie in Haiti materielle Hilfe versprochen. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon arbeite an einem Paket mit "materieller Hilfe und Unterstützung" für die Haitianer, die am stärksten von der Cholera betroffen sind, teilte sein Sprecher am Freitag mit.

Die Hilfe würde an die Opfer der Epidemie und ihre Angehörigen gehen. Der Sprecher sprach von einer "moralischen Verantwortung" der UNO.

Die Krankheit, der seit 2010 auf der verarmten Karibikinsel mehr als 10.000 Menschen zum Opfer fielen, war vermutlich von Blauhelmsoldaten aus Nepal eingeschleppt worden. Es ist das erste Mal, dass die Vereinten Nationen direkte finanzielle Unterstützung für die Cholera-Opfer zusagen. Bisher hat die UNO vor allem Maßnahmen zur Verbesserung der Sanitäreinrichtungen, der Wasserversorgung und der Gesundheitssysteme in Haiti unterstützt.

Die UNO erklärte am Freitag, sie werde die Programme in diesen Bereichen ausweiten, da sie bisher "deutlich unterfinanziert" gewesen seien. Cholera wird über verschmutztes Trinkwasser übertragen und führt zu akutem Durchfall. Die Krankheit ist in Haiti, wo 72 Prozent der Einwohner bis heute keine Toiletten zuhause haben und 42 Prozent der Zugang zu sauberem Leitungswasser fehlt, weiterhin ein ernstes Problem.

Zuvor hatte ein Richter in New York in der Nacht auf Freitag die Immunität der UNO bestätigt. Geklagt hatte ein Zusammenschluss von Opfern.

Menschenrechtsaktivisten und Wissenschafter kritisieren schon seit längerem, dass UNO-Mitarbeiter aus Nepal, die zur Hilfe nach dem Erdbeben in das Land gekommen waren, die hochansteckende Infektionskrankheit nach Haiti eingeschleppt hätten.

UNO-Generalsekretär Ban sagte, er "bedauere das schreckliche Leid", das die Menschen in Haiti erlebt hätten. Bereits am Donnerstag hatten die Vereinten Nationen mitgeteilt, dass sie angesichts einer möglichen Mitschuld an dem Cholera-Ausbruch ihren Umgang mit dem Vorfall neu überdenken wollten. Innerhalb der kommenden zwei Monate werde ein Aktionsplan vorgelegt. Zuvor hatte die UNO jegliche Mitschuld an dem Ausbruch 2010 stets von sich gewiesen.

Quelle: Apa/Ag.

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