International

Unternehmer in Italien soll Mafia-Boss geholfen haben

Die italienische Polizei hat in der Nacht auf Dienstag den im Bereich Windenergie aktiven sizilianischen Großunternehmer Vito Nicastri festgenommen. Er wird beschuldigt, die langjährige Flucht der Nummer eins der sizilianischen Costa Nostra, Matteo Messina Denaro, finanziert zu haben.

Nicastri, der wegen seiner ausgedehnten wirtschaftlichen Interessen im Bereich von Windparks als "Herr des Windes" genannt wird, wurde zusammen mit weiteren elf Personen festgenommen, teilte die Polizei mit. Über 100 Polizisten waren im Einsatz.

Verhaftet wurden auch Mitglieder der Clans Vita und Salemi. Sie sollen in der Gastronomie und in der Landwirtschaft investiert haben, um Messina Denaros langjährige Flucht zu finanzieren.

Dem seit über 20 Jahren gesuchten Denaro werden mindestens 50 Morde zur Last gelegt. Den ersten soll er mit 18 Jahren begangen haben. Der Mafia-Boss liebt Luxusautos, Golduhren und Markenkleidung. Denaro hatte die Cosa Nostra, die sizilianische Mafia, nach der Festnahme des Paten Bernardo Provenzano im Jahr 2006 übernommen. Nicht ausgeschlossen wird, dass er sich inzwischen in Norditalien versteckt. Im November ist die langjährige Nummer eins der Cosa Nostra, Salvatore Riina, in einem Gefängnis in Parma gestorben.

Quelle: APA

Aufgerufen am 19.09.2018 um 12:58 auf https://www.sn.at/panorama/international/unternehmer-in-italien-soll-mafia-boss-geholfen-haben-25334914

Schlagzeilen