International

Unwetter rissen Hunderte in den Tod

In Indonesien wurden mehrere Dörfer von Sturzfluten überschwemmt. Im Süden Afrikas richtete der Zyklon "Idai" schweres Unheil an.

Bei einer Sturzflut in der indonesischen Provinz Papua starben nach Polizeiangaben mindestens 73 Menschen. Wie der Katastrophenschutz-Sprecher Sutopo Purwo Nugroho am Sonntag sagte, wurden außerdem mindestens 74 Menschen verletzt. Die Rettungsarbeiten dauerten an. Nach heftigem Regen waren am Samstag mehrere Dörfer in der Region der Provinzhauptstadt Jayapura von Wassermassen überschwemmt worden. Es kam auch zu Erdrutschen. Das genaue Ausmaß der Schäden war am Sonntag noch unklar.

Die meisten Leichen seien unter den Trümmern beschädigter Häuser gefunden worden, sagte Muhammad Aidi, ein Sprecher der Polizei in Papua. "Der Regen hat zu flutartigen Überschwemmungen geführt, die Schlammlawinen, Baumstämme und andere Materialien aus dem Cyclops-Gebirge ins Tal gespült haben." Zwar seien die Fluten weitgehend zurückgewichen, aber Schlammlawinen versperrten weiter die Hauptverkehrsachse der an Papua-Neuguinea grenzenden Provinz.

In all dem Leid gab es am Sonntag aber auch eine gute Nachricht: Retter konnten ein fünf Monate altes Baby lebend bergen, das stundenlang unter Trümmern begraben war. Von den Eltern fehlte jede Spur.

Überschwemmungen kommen in Indonesien häufig vor, vor allem von Oktober bis April.

Indessen war am Sonntag das Ausmaß der Zerstörung nach dem schweren Tropensturm "Idai" im Zentrum von Mosambik im Süden Afrikas noch nicht absehbar. Seit Tagen waren Hunderttausende von der Außenwelt abgeschnitten, mindestens 19 Menschen starben, Hunderte wurden verletzt und unzählige Häuser überflutet. Wie berichtet, war "Idai" in der Nacht auf Freitag mit Windböen bis 160 km/h bei Beira auf Land gestoßen. Der Zyklon hatte die Stärke vier von fünf. Es kam zu Sturmfluten und schweren Regenfällen.

Die von der Umwelt abgeschnittene Küstenstadt Beira mit 500.000 Einwohnern war seit Donnerstag ohne Strom und Kommunikationsnetz. Helfer warnten am Sonntag vor einer bevorstehenden humanitären Katastrophe. Daniel Timme, UNICEF-Sprecher in Mosambik, sagte: "Durch die Überschwemmungen drohen Durchfallerkrankungen. Dies ist besonders gefährlich für die Schwächsten, und das sind in dieser Situation Frauen und Kinder." Es sei anzunehmen, dass Schulen, Krankenstationen, die sanitäre Infrastruktur und die Wasserversorgung in dem Gebiet zerstört seien, erklärte Timme.

Von Beira aus zog der Zyklon abgeschwächt weiter ins nahe Simbabwe. Im Osten starben bei Überschwemmungen mindestens 31 Menschen. Rund 100 weitere würden noch vermisst, sagte ein leitender Mitarbeiter des Katastrophenschutzes. Retter konnten mehrere Orte zunächst nicht erreichen.

Bereits Anfang der Woche war es in Mosambik und im angrenzenden Süden Malawis zu Überflutungen gekommen, insgesamt starben 116 Menschen.

Quelle: SN-Ham, Dpa

Aufgerufen am 19.10.2019 um 12:24 auf https://www.sn.at/panorama/international/unwetter-rissen-hunderte-in-den-tod-67397647

Schlagzeilen