International

Walfangkommission lehnte Bildung von Schutzgebiet ab

Die Einrichtung eines Walschutzgebietes im Südatlantik ist bei der Walfangtagung in Brasilien abgelehnt worden. Der von Brasilien, Argentinien und Südafrika gestellte Antrag für das Schutzgebiet erreichte am Dienstag auf der Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Florianopolis nicht die notwendige Drei-Viertel-Mehrheit.

Zu den 39 Stimmen für die Einrichtung des Walschutzgebietes zählten neben den Antragstellern die Europäische Union und die Schweiz. Dagegen sprachen sich 25 Staaten aus, unter ihnen Japan, Norwegen und Island, die die Wiederaufnahme der kommerziellen Waljagd befürworten. Brasilien versucht bereits seit 22 Jahren, das Schutzgebiet bei der IWC durchzusetzen.

Die japanische Delegation hatte angeboten, das Abstimmungsverfahren für das Schutzgebiet zu einer einfachen Mehrheitszustimmung zu lockern, wenn im Gegenzug auf der IWC-Tagung deren Antrag für Fangquoten freigegeben werde. Die Befürworter des Schutzgebietes nahmen dieses Angebot nicht an.

Der Antrag war nach Angaben der internationalen Meeresschutzorganisation OceanCare im Jahr bereits 1998 erstmals bei einer IWC-Tagung eingebracht worden. Das Gebiet im Südatlantik wäre nach jenem im Indischen Ozean und in der Antarktis das dritte Walschutzgebiet gewesen, das von der IWC eingerichtet wird. "Wir hoffen, dass sich die Antragsteller von dem destruktiven Abstimmverhalten einiger Staaten innerhalb der IWC nicht entmutigen lassen und mit die Umsetzung des Aktionsplanes auf regionaler Ebene beginnen" sagte OceanCare-Sprecher Nicolas Entrup.

Quelle: Apa/Dpa

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