Kopf des Tages

Walter Lechner - von der Disco in die Boliden

Lebenswerk-Preisträger Walter Lechner erreichte im Rennsport vieles, was er angestrebt hatte. Unrealistische Ziele verfolgte er aber nie. Und er hatte das Glück, gesund zu bleiben. Das ermöglichte auch eine Managerkarriere.

Mein Gott, Walter! Heutzutage ist es nicht selten, dass ambitionierte Rennfahrer ihren Traum mit 26 Jahren ausgeträumt haben und den Sport aufgeben. Walter Lechner, der heuer 70 Jahre alt wird, hat sich gedacht: "Mit 26 Jahren, da fängt das (Renn-)Leben erst an."

Und so wurde der im Wiener Sacher penibel ausgebildete Kellner, Barmann und Discjockey, der in Faistenau ein in den 1970ern weitum bekanntes Lokal führte, plötzlich übermütig, schrieb sich in eine Rennfahrerschule ein und beschloss, Profi zu werden. Drei Jahre später war er Formel-Ford-Europameister, holte 1982 zwei Titel in der Formel Super V, wechselte nach der Formel 3 aber bald zu den Sportwagen. Für die Formel 1 war er einfach zu spät dran, und er betonte auch immer: "Ich kannte meine Grenzen. Die Formel 1 war nie mein Ziel."

Stimmt nicht ganz: Als er in der Interserie, der Sportwagen-EM der 1980er-Jahre, und in der nordamerikanischen CanAm für Furore und Erfolge sorgte, fuhr er tatsächlich Formel 1: Die umgebauten Ex-Boliden von March und Williams.

20 Jahre nach seinem späten Fahrerdebüt hängte er den Helm an den sprichwörtlichen Nagel, forcierte die Karrieren seiner Söhne Robert und Walter jun. und baute nicht nur die eigene Rennfahrerschule aus, sondern holte in Porsche-Markenpokalen mit seinen Teams Titel in Serie.

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