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Wanderin schilderte Leidenszeit in Neuseelands Wildnis

Eine tschechische Wandertouristin, die ein Monat in einer abgelegenen Berghütte in der Wildnis Neuseelands überlebt hat, hat zwei Tage nach ihrer Rettung ihre Leidenszeit geschildert. Pavlina Pizova brach in Tränen aus, als sie am Freitag berichtete, wie sie allein in der Hütte hockte, während in den umliegenden Bergen immer wieder Lawinen niedergingen.

Wanderin schilderte Leidenszeit in Neuseelands Wildnis SN/APA (AFP/New Zealand Police)/STR
In dieser Berghütte fand Pizova Zuflucht.

Die Frau war am Mittwoch von einer Hubschrauberbesatzung entdeckt und gerettet worden. Ihr Lebensgefährte war bei der Wanderung des Paares auf dem 32 Kilometer langen Routeburn-Track gestürzt und gestorben. Das Paar war während des neuseeländischen Winters zu der Wanderung aufgebrochen und von schlechtem Wetter überrascht worden.

Pizova schilderte, sie und ihr Freund hätten rasch gemerkt, dass sie bei der Vorbereitung der Tour Fehler gemacht hätten. So hätten sie vor dem Start niemanden über ihre Pläne informiert, kein Ortungsgerät bei sich getragen und das Wetter unterschätzt. "Die Bedingungen waren extrem, es schneite heftig und die Wolken standen tief", sagte sie. Nachdem ihr Partner gestürzt und gestorben sei, sei sie noch zwei Tage durch hüfthohen Schnee gestapft, bevor sie die schützende Berghütte erreichte. Da die Wegmarkierungen von Schnee bedeckt waren, musste sie sich ihren eigenen Weg suchen.

In der Berghütte gab es Essensvorräte und Feuerholz, so dass Pizova überleben konnte. Sie habe ein paar Versuche gemacht, von dort weiter zu wandern, berichtete sie. Wegen des hohen Schnees, der Lawinengefahr und ihres schlechten Gesundheitszustands habe sie jedoch aufgegeben und in der Hütte ausgeharrt.

Erst nach Wochen war das Paar als vermisst gemeldet worden. Die Leiche von Pizovas Partner wurde am Freitag geborgen. Pizova selbst wurde gefunden, weil sie Zeichen in den Schnee vor der Hütte gemacht hatte.

Quelle: Apa/Ag.

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