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WHO-Experten beginnen Corona-Mission in China in Wuhan

Das internationale Expertenteam zur Untersuchung des Ursprungs des Coronavirus wird seine Arbeit nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Wuhan beginnen. China hatte für die Anreise der Experten nach langen Verzögerung am Montag Günes Licht gegeben. Sie sollen am Donnerstag eintreffen. In Wuhan wurden die ersten Fälle von Infektionen mit dem damals neuen Virus vor gut einem Jahr bekannt.

Menschen mit Masken – Straßenszene aus dem Großraum Peking am 11. Jänner 2021. SN/AP
Menschen mit Masken – Straßenszene aus dem Großraum Peking am 11. Jänner 2021.

Bisher war unklar, wie frei sich die internationalen Experten bewegen können und wann eine Reise nach Wuhan stattfinden würde. Zunächst müssen die Einreisenden in China eine zweiwöchige Quarantäne absolvieren.

"Die Studien beginnen in Wuhan, China, um die mögliche Infektionsquelle bei den frühen Fällen zu identifizieren", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag. "Wissenschaftliche Fakten werden zu Hypothesen führen, die die Basis für weitere, langfristige Studien sind." Die Erkenntnisse seien wichtig, um mit ähnliche Bedrohungen in der Zukunft besser fertig zu werden.

Mit einiger Verzögerung hat China am Montag einem internationalen Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Einreise für eine Untersuchung zu den Ursprüngen des Coronavirus erlaubt. Chinas Gesundheitskommission kündigte die Ankunft der Delegation für den 14. Jänner an. Die Regierung in Peking fürchtet, als Schuldiger für die Pandemie angeprangert zu werden. Chinesische Behörden streuen seit Monaten Zweifel, ob das Virus überhaupt aus China stammt. Ursprünglich sollte das Team bereits Anfang Jänner für die Untersuchung nach China einreisen. Die Suche gilt als politisch heikel, um die Reise der Experten gab es bis zuletzt Gerangel.

Erst vor einer Woche hatte die WHO mitgeteilt, dass China die Einreise blockiert habe. Daraufhin erklärte Peking, dass zuvor noch nötige Vorbereitungen getroffen werden müssten. Nach der Ankunft werden die Experten aber ohnehin erst zwei Wochen in Quarantäne gehen müssen, bevor ihre Arbeit vor Ort richtig losgehen kann.

Das WHO-Team soll auch in die zentralchinesische Metropole Wuhan reisen, wo das neuartige Virus Ende 2019 erstmals entdeckt worden war. Nach bisheriger Vermutung soll es dort auf einem Tiermarkt von einem Tier auf den Menschen übergesprungen sein. Vor allem die USA werfen China vor, nicht offen über den Virus-Ausbruch informiert und mit einer Verschleierungstaktik zur weltweiten Ausbreitung des Erregers beigetragen zu haben.

Die Experten spielten die Erwartungen an die Reise im Vorfeld herunter. Es gehe weniger um eigene Nachforschungen, sondern vielmehr darum, im Austausch mit den chinesischen Kollegen zu erkunden, welche Spuren noch verfolgt werden könnten, hieß es.

"Die erste Reise dient dazu, zu schauen, was schon alles an Daten vorliegt, was läuft - und dann einen Plan für Phase zwei zu machen", sagte der deutsche Epidemiologe Fabian Leendertz vom Robert Koch-Institut (RKI) der Deutschen Presse-Agentur. "In dieser Phase zwei werden dann Lücken gefüllt und dadurch hoffentlich die Möglichkeit geschaffen, wissenschaftlich fundierte Hypothesen zu entwickeln und eventuell sogar ein schlüssiges Szenario vorzustellen."

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus begrüßte auf Twitter das grüne Licht Chinas für die "wichtige Mission". Am vergangenen Dienstag hatte er sich noch "sehr enttäuscht" darüber geäußert, dass Peking die Einreise der Wissenschaftler in letzter Minute abgelehnt habe. Das chinesische Außenministerium sprach indes von einem "Missverständnis".

Die Suche nach dem Ursprung des Virus gilt als politisch brisant. China fürchtet, als Schuldiger für die Pandemie angeprangert zu werden, bei der weltweit bereits Dutzende Millionen Menschen infiziert wurden und nach offiziellen Statistiken schon mehr als 1,9 Millionen Menschen starben. Seit Monaten streuen chinesische Behörden daher Zweifel, ob das Virus überhaupt aus China stammt. Es wird auf unbestätigte Berichte verwiesen, dass es mögliche Infektionen schon vorher in anderen Ländern gegeben haben könnte.

Auf diese These ging auch Außenamtssprecher Zhao Lijian am Montag vor der Presse ein. "Während sich die Zeitachse der ersten Fälle beständig zurück bewegt, könnte die Suche nach den Ursprüngen mehr und mehr Länder und Regionen umfassen", sagte der Sprecher. So müsste die WHO ähnliche Untersuchungen auch in anderen Ländern aufnehmen. Vor dem Hintergrund von Kritik am anfänglichen Umgang mit Informationen über das Virus verteidigte der Sprecher Chinas Kooperation mit der WHO als "offen und transparent".

Mit dem Einreisetermin und der folgenden Quarantäne wird die Zeit für die WHO-Mission knapp, da am 12. Februar schon das chinesische Neujahrsfest begangen wird. Zu dem wichtigsten Familienfest der Chinesen stellen viele Institute und Unternehmen schon lange vor dem Fest den Betrieb ein, da die Mitarbeiter meist für ein bis zwei Wochen oder auch länger in ihre Heimatdörfer reisen. Das Land kommt über das Neujahrsfest praktisch zum Stillstand.

"Es ist etwas Zeit verloren gegangen, aber ein paar Tage bleiben ja doch", sagte der Epidemiologe Leendertz. Auch sei die Reise eben nur eine erste Mission, sodass der Zeitplan in Ordnung sein sollte.

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