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Wiener Label Callisti als "Newcomer" bei Fashion Week Berlin

In ihrer Heimat Wien ist Martina Müller ein Fixstern am Modehimmel, ihr Label Callisti feierte 2017 zehnjähriges Jubiläum. Die zweite Dekade hat die Designerin jetzt mit einem Sprung auf eine größere Bühne angestoßen: Mercedes-Benz und die Zeitschrift Elle präsentierten sie am Dienstagabend als diesjährige "Newcomerin" der Berliner Fashion Week.

Müller genoss den Walk auf der Berliner Fashion Week sichtlich SN/APA (dpa)/Britta Pedersen
Müller genoss den Walk auf der Berliner Fashion Week sichtlich

"Weil ihre Mode nicht nur edgy und elegant zugleich ist, sondern auch eine Hommage an die selbstbewusste Frau", lobte das Modemagazin im Vorfeld. Der Automobilkonzern ermöglicht seit 2009 mit dem International Designer Exchange Program (IDEP) neuen Talenten, ihre Kollektionen international vorzustellen.

Zu sehen gab es rund 30 Damen-Outfits in zumeist gedeckten Farben, mit figurnahen Schnitten und der Callisti-typischen Mischung aus sehr maskulinen Looks mit Military-Anklängen, aber auch mit starken sinnlich-femininen Akzenten. Die Herbst/Winter-Kollektion 2018/19 ist gewohnt figurbetont und reduziert. Ausladende, opulente Röcke wurden mit knappen Oberteilen gepaart. Mitunter waren im E-Werk in Berlin Mitte, dem Hauptveranstaltungsort der Fashion Week, Anklänge des Kinomo- und Samurai-Styles zu entdecken.

Als Inspirationsquellen nannte die Designerin Asien und den Nahen Osten, wobei alle Folklore in ganz modernen Interpretationen aufgegangen ist. Florale Prints wurden höchst dezent eingesetzt. Besonders ins Auge fielen die Lederaccessoires, breite Taillengürtel und wie Sicherheitsgeschirr wirkendes Gurtzeug. Als "harness-artig" beschreibt Müller diese Blickfänge. Als Hauptfarben wählte sie bordeauxrot, aubergine, dunkelblau und creme, gemixt mit taupe und schwarz. Die Modells wirkten wie zu allem entschlossene Amazonen, mit geglätteten, streng aus dem Gesicht gegelten Haaren und dunkel umrandeten Augen.

"Ich wollte schon immer einmal auch international zeigen, aber das ist mit einem sehr hohen finanziellen Aufwand verbunden", sagte Martina Müller der APA im Interview. Bei der Vienna Fashion Week war sie bisher mit viel Applaus bedachter Stammgast. "Dort hatte ich die Möglichkeit, meinen Kunden die jeweils aktuelle Kollektion zu zeigen, alles ist sehr konkret auf den Endverbraucher zugeschnitten." Berlin, mit Fachpublikum und Einkäufern großer Mode-Kaufhäuser, sei im Vergleich dazu "ein sehr viel größerer Sprung" und "eine tolle Chance". "Wie eine neue Tür, die sich öffnet", schwärmte die Modemacherin.

Die Einladung zur Teilnahme kam vor rund zwei Monaten ganz unverhofft und per Mail. "Ich hatte mich nirgends beworben", schilderte Müller. Ihr Plan: "Einmal schauen, was das nach sich zieht." Ein zweites Standbein zu ihrem Geschäft im ersten Bezirk und weitere Teilnahmen an internationalen Schauen seien nicht ausgeschlossen und schon seit vielen Jahren "ein großer Traum".

Die Modemacherin gründete ihr Label 2007 in Wien. Ende 2012 wurde neben der Damenlinie die erste Männer-Kollektion mit Biker-Look-Attitude gelauncht. Zweimal jährlich stellt Müller zusätzlich Abendmoden-Kollektionen vor, seit November 2015 im zweistöckigen Flagship-Store in der Weihburggasse. Der Labelname leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet "für die Schöne" oder "der Schönsten".

Quelle: APA

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