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Wintersturm sucht Nordfrankreich heim

Wegen des Sturmtiefs "Egon" ist in über 330.000 Haushalten in Frankreich der Strom ausgefallen. Betroffen waren vor allem die nördlichen Regionen Normandie und Picardie, wie der Netzbetreiber Enedis am Freitag mitteilte. Heftige Winde fegten mit Geschwindigkeiten von teilweise mehr als 130 Stundenkilometern über das Land, entwurzelten Bäume, rissen Stromkabel herunter und beschädigten Dächer.

Sturmböen mit bis zu 140 km/h.  SN/APA (AFP)/PHILIPPE HUGUEN
Sturmböen mit bis zu 140 km/h.

In Südfrankreich wurde eine Frau von einem Baum erschlagen. Tausende Feuerwehrleute und Techniker rückten zu zahlreichen Einsätzen aus. Am Freitagmorgen waren noch 200.000 Haushalte ohne Strom, wie Enedis mitteilte. Von dem Wintersturm waren weite Teile Frankreichs betroffen.

In der südfranzösischen Gemeinde Saint-Jeannet nahe Nizza wurde am Freitagmorgen eine 43-jährige Mutter vor den Augen ihrer Kinder von einer entwurzelten Zypresse erschlagen, als sie die Kinder zur Schule bringen wollte. "Sie war sofort tot", erklärte die Gendarmerie. Der Ehemann versuchte vergeblich, die Frau zu befreien.

In Nordfrankreich mussten 180 Passagiere eines Thalys-Schnellzugs auf dem Weg von Brüssel nach Paris die Nacht im Zug verbringen. Grund waren gleich zwei Oberleitungsschäden, wie ein Sprecher der französischen Staatsbahn SNCF sagte. Die Feuerwehr und der Zivilschutz brachten den Passagieren Decken, heiße Getränke und Essen in den Zug. Er kam schließlich am Freitagvormittag in Paris an - geplant war die Ankunft für Donnerstagabend.

Auch die britische Umweltbehörde hatte vor einer lebensbedrohlichen Situation durch das Sturmtief gewarnt. Die Bewohner der betroffenen Orte wurden aufgefordert, sich in die von den Behörden eingerichteten Notunterkünfte oder in sichere Gebiete zu begeben. Auch Haustiere sollten in den Notunterkünften aufgenommen werden.

Im nordostenglischen Küstenort Skegness waren Soldaten im Einsatz, um rund 3.000 Bewohner in Sicherheit zu bringen. Die Flutwarnungen in Großbritannien folgen auf heftigen Schneefall, der am Donnerstag Schottland, Nordirland und Teile von England getroffen hatte.

Quelle: Apa/Dpa

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