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"Wunderheiler" Hamer in Italien im Kreuzfeuer der Kritik

In Italien tobt eine heftige Debatte um den deutschen "Wunderheiler" Ryke Geerd Hamer. Zwei krebskranke Italienerinnen, die seinen Theorien folgten, verweigerten Chemotherapie-Behandlungen und erlagen dem Tumor. Der jüngste Fall betraf eine 34-jährige Mutter aus Rimini, die an Brustkrebs erkrankt war.

Die Frau weigerte sich, sich der Chemotherapie zu unterziehen, weil sie sich nach der Hamer-Methode richte. "Ich will nicht an Chemotherapie sterben", hatte die Frau laut italienischen Medien behauptet. Der Tod der jungen Mutter erschüttert die italienische Öffentlichkeit. Erst vor wenigen Tagen war ein italienisches Elternpaar, das seiner leukämiekranken Tochter eine Chemotherapie verweigert hatte, weil es das Mädchen nach den Hamer-Theorien behandeln lassen wollte, wegen des Todes der 18-Jährigen massiv in die Kritik geraten.

Hamer wurde durch den "Fall Olivia" in Österreich bekannt. Der 81-Jährige hatte 1995 dabei für Schlagzeilen gesorgt, als er den Eltern der damals sechsjährigen krebskranken Niederösterreicherin Olivia Pilhar von einer schulmedizinischen Behandlung ihrer Tochter abgeraten hatte. Sie flüchteten mit dem Kind nach Spanien, um die Chemotherapie zu verhindern. Nach der Rückkehr nach Österreich wurde Olivia schulmedizinisch mit Operation und Chemotherapie behandelt und letztlich geheilt.

Hamer ist in mehreren europäischen Ländern (u.a. Frankreich und Deutschland) vor Gericht gestanden und zu Haftstrafen verurteilt worden. Geklagt hatten Angehörige mehrerer gestorbener Patienten des ehemaligen Mediziners, die seinen Methoden gefolgt waren und die schulmedizinischen Krebsbehandlungen abgebrochen hatten. Hamer ist u.a. in Deutschland wegen des Verstoßes gegen das Heilpraktikergesetz verurteilt worden und darf auch in Österreich nicht praktizieren.

Quelle: APA

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