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Zahl der Toten bei Vulkanausbruch in Guatemala stieg auf 99

Immer neue Explosionen und Lavaströme am Feuervulkan in Guatemala erschweren die Suche nach Vermissten. Die Zahl der Toten stieg nach dem Vulkanausbruch laut den Behörden auf mindestens 99. Nur 28 konnten bisher identifiziert werden. Knapp 200 Menschen wurden noch vermisst. Experten warnten angesichts erwarteter Starkregenfälle vor Erdrutschen.

Suche nach Opfern nach Vulkanausbruch in Guatemala SN/APA (AFP)/ORLANDO ESTRADA
Suche nach Opfern nach Vulkanausbruch in Guatemala

Die Aktivität des Vulkans setze sich fort und die Möglichkeit neuer pyroklastischer Ströme aus Asche, Schlamm, Wasser und heißen Steinen in den nächsten Stunden oder Tagen sei nicht auszuschließen, teilte das Vulkanologische Institut des Landes mit. "Es wird deshalb nicht empfohlen, in dem betroffenen Gebiet zu bleiben." Der Vulkan wurde stündlich von etwa vier bis fünf schwachen Explosionen erschüttert. Immer noch stand eine hohe Aschewolke über dem 3.763 Meter hohen Feuervulkan.

Rettungshelfer, Polizisten und Soldaten setzten ihre Suchaktionen fort. In den am stärksten betroffenen Dörfern San Miguel Los Lotes und El Rodeo markierten Polizisten bereits durchsuchte Bereiche mit roter Farbe. Die Weiler glichen einem Meer aus grauer, noch rauchender Asche. Überall lagen verbrannte Tierkadaver.

Nach Angaben des rechtsmedizinischen Instituts Inacif wurden bisher die sterblichen Überreste von 99 durch den Vulkanausbruch getöteten Menschen in die Gerichtsmedizin gebracht. Nur 28 hätten zunächst identifiziert werden können. Die Wahrscheinlichkeit, nach 72 Stunden noch Überlebende zu finden, schwinde, sagte der Chef der Katastrophenschutzbehörde Conred, Sergio Cabanas.

"Wir bitten Gott und den Präsidenten, uns neues Land weit weg von hier zu geben", klagte Henry Rivas bei seiner Rückkehr in sein Haus in San Miguel Los Lotes, an dem der tödliche Lavastrom vorbeigeflossen ist. Im einen Kilometer entfernten Dorf El Rodeo berichtete der 33-jährige Demetrio Cuc, er habe sein Lebensmittelgeschäft bei der Flucht am Sonntag nicht abgeschlossen. "Als ich zurückgekommen bin, war alles weg", beschwerte er sich über Plünderer.

Zahlreiche Freiwillige versorgten unterdessen die Rettungshelfer mit Wasser und Essen. "Wir wollen diese Menschen unterstützen, die wirklich ihr Leben riskieren", sagte die 56-jährige Gladys Vian aus dem Nachbardorf San Juan Comalapa.

Unterdessen machten zahlreiche Landsleute in sozialen Netzwerken ihrer Enttäuschung über die Regierung von Präsident Jimmy Morales Luft. Mehrere Länder, darunter die USA, Chile, Mexiko und Venezuela, hatten nach dem Vulkanausbruch ihre Hilfe angeboten. Diese konnte jedoch nicht in die Tat umgesetzt werden, weil es bisher kein offizielles Hilfegesuch der Regierung gab. Diese erklärte, sie warte auf das grüne Licht der Katastrophenschutzbehörde Conred. "Wir sind vorbereitet und bereit, wenn die Conred uns autorisiert, einen internationalen Hilferuf zu starten", verlautbarte das Außenministerium.

Der 3.763 Meter hohe Feuervulkan, der 35 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Guatemala-Stadt liegt, ist schon seit Monaten aktiv. Dennoch wurden die Menschen in seinem Umkreis von der Schnelligkeit und Heftigkeit der Eruption überrascht. Insgesamt sind mehr als 1,7 Millionen Menschen mehr oder weniger stark von der Naturkatastrophe betroffen. Der Vulkan war Sonntagfrüh ausgebrochen, die Eruption dauerte mehr als 16 Stunden.

Quelle: Apa/Ag.

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