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Zika-Virus offiziell in Moskitos in den USA festgestellt

In den USA ist zum ersten Mal das Zika-Virus in Moskitos festgestellt worden. "Dieser Fund ist enttäuschend, aber keine Überraschung", erklärte Floridas Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucher. Nach dem Auftauchen von Zika in Miami war das nun sichere Ergebnis bereits vermutet worden.

Zika-Virus offiziell in Moskitos in den USA festgestellt SN/APA (AFP)/PHILIPPE HUGUEN
Symbolbild

Kürzlich hatten Behörden des Bundesstaates eine lokale Übertragung und Ausbreitung des Erregers in der Region Miami bestätigt. Es war der erste Fall auf dem US-Festland. Die Insekten, deren Proben nun den Beweis lieferten, waren in Miami Beach gefangen worden.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) rät Schwangeren offiziell von Reisen auch nach Miami Beach ab. Außerdem sollen Blutspenden in den USA ab sofort landesweit auf das Zika-Virus getestet werden.

Rund ein Drittel der Menschheit lebt in Ländern, in denen sich das Zika-Virus theoretisch ausbreiten könnte. Ein Risiko bestehe besonders in Indien, heißt es in einer Studie, die am Freitag in dem Fachmagazin "The Lancet Infectious Diseases" veröffentlicht wurde. Insgesamt leben der Untersuchung zufolge rund 2,6 Milliarden Menschen in Zika-gefährdeten Gebieten.

Dazu zählen - zusätzlich zu den derzeit besonders betroffenen Ländern Südamerikas - auch Staaten in Südostasien und in Afrika. Dort hat sich das Virus zwar bisher nicht weit ausgebreitet, aber die klimatischen Bedingungen und die lokalen Mücken-Arten könnten eine Ausbreitung begünstigen, warnten die Forscher. Alleine in Indien seien potenziell 1,2 Milliarden Menschen gefährdet.

Allerdings sei noch nicht hinreichend geklärt, wie das Virus genau auf den Menschen übergehe, betonen die Autoren der Studie, unter anderem von der Universität Toronto in Kanada und der britischen Uni Oxford.

Das Zika-Virus wird vorwiegend von Mücken übertragen und verläuft bei Erwachsenen zumeist harmlos. Bei Schwangeren kann es aber dazu führen, dass Babys mit Mikrozephalie geboren werden. Die Kinder haben dabei einen ungewöhnlich kleinen Kopf, was zu schweren Entwicklungsschäden führen kann. Die meisten Fälle der Viruserkrankung, rund 1,5 Millionen, wurden bisher in Brasilien verzeichnet.

Quelle: Apa/Dpa

Aufgerufen am 17.11.2018 um 05:35 auf https://www.sn.at/panorama/international/zika-virus-offiziell-in-moskitos-in-den-usa-festgestellt-1106458

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