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Zwei weitere Tote nach Waldbränden in Griechenland geborgen

Nach den katastrophalen Waldbränden in Griechenland sind zwei weitere Todesopfer geborgen worden. Die Hafenpolizei zog die Toten aus dem Meer, wie sie am Dienstag mitteilte. Sollte sich bestätigen, dass sie wegen der Feuer starben, würde die Opferbilanz der Brände auf 93 steigen.

"Eine Entschuldigung an die Toten" am Syntagma-Platz SN/APA (AFP)/LOUISA GOULIAMAKI
"Eine Entschuldigung an die Toten" am Syntagma-Platz

Eine Vertreterin der Handelsmarine teilte mit, eine Leiche sei vor dem Badeort Mati gefunden worden und die andere im Saronischen Golf an der Westküste der Region Attika. Damit seien bereits acht Todesopfer im Meer gefunden worden. Die Suche nach möglichen weiteren Opfern im Meer werde fortgesetzt.

Am Samstag war noch von 25 Vermissten die Rede gewesen. Sie könnten allerdings zu den 28 Todesopfern gehören, die noch nicht identifiziert wurden. Am 23. Juli waren mehrere verheerende Brände in Mati und anderen Orten in der Umgebung von Athen ausgebrochen, die sich rasend schnell ausbreiteten. Viele Menschen flohen daher bis an die Küste oder sogar ins Meer, um dort auf Rettung zu warten. Viele mussten stundenlang ausharren.

Durch die jüngsten Feuer in Griechenland waren so viele Menschen ums Leben gekommen wie bei keinem anderen Feuer in Europa im 21. Jahrhundert. Die Regierung geriet durch die Katastrophe in die Kritik wegen schlechten Katastrophenschutzmanagements, Ministerpräsident Alexis Tsipras übernahm am Freitag die Verantwortung.

Am Montag reiste Tsipras zu einem nicht öffentlich angekündigten Besuch in die Brandgebiete, wo er sich bei Feuerwehrleuten bedankte und ihnen Mut zusprach. Vertreter der konservativen Opposition warfen ihm vor, die Gegend heimlich "wie ein Dieb" besucht zu haben. Die Bevölkerung verlange, die Wahrheit darüber zu erfahren, "warum so viele Menschenleben ungerechterweise verloren wurden".

Die Kritik am Umgang der Behörden mit der Katastrophe hatte zuletzt weiter zugenommen. Tsipras hatte am Freitag gesagt, er trage die "politische Verantwortung" für die Tragödie. Politische Gegner erklärten jedoch, dies sei ohne seinen Rücktritt eine leere Geste. Die Regierung erklärte, eine effektive Evakuierung der Gebiete sei in der Schnelle der Zeit und angesichts von Winden von bis zu 120 Stundenkilometern kaum möglich gewesen.

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