Kinder

Alles der Schnauze nach

Wird jemand vom Schnee verschüttet, dann haben sie ihren großen Einsatz. Es gibt kein Gerät, das besser funktioniert als eine Lawinenhundenase.

 SN/johnny morano

Nicht jeder hat das Zeug zum waschechten Lawinenhund. Erst bei der Ausbildung sieht man, ob ein Hund wirklich geeignet ist. Das läuft dann nicht strikt nach Lehrplan ab. "Ein Hund sucht vielleicht gerne, will aber nicht buddeln. Und ein anderer gräbt besonders gerne. Auf das muss ich eingehen", erzählt Matthias Leinich. Der ist Hundeführer und -ausbildner aus Eugendorf bei Salzburg.

Lawinenhunde sollten etwa kniehoch sein. Sie müssen sich im Schnee ja gut bewegen können. Zu groß ist hinderlich: "Ein Bernhardiner wäre viel zu schwer für diese Arbeit. Den könnte ich ja nicht heben oder tragen und außerdem würde er im Schnee einbrechen", erklärt Matthias.

Lawinenhunde dürfen sich nicht vor allem fürchten. Die Tiere sollen ja auch ohne Angst mit der Pistenraupe fahren oder mit dem Hubschrauber mitfliegen können.

Dann brauchen die Hunde einen verdammt guten Riecher! Die besten Spürnasen haben Schäferhunde, Retriever und Border Collies.
Und wie läuft so ein Einsatz dann ab? "Eine Lawine geht ab und jemand ruft die Bergrettung mit der Nummer 140", erklärt Matthias. Der Einsatzleiter entscheidet, wie viele Hunde er braucht, und alarmiert die Hundeführer. Vor Ort wird geklärt: Gibt es eine Gondel, braucht man einen Hubschrauber oder müssen die Einsatzkräfte zu Fuß oder mit den Tourenski aufsteigen? Die Suche läuft dann nach Plan ab: "Die Hunde laufen nicht blindlings herum und hoffen, dass sie über wen drüberstolpern. Als Führer gebe ich exakte Anweisungen. Sonst würde ein Chaos entstehen."
Findet ein Hund den Geruch, fängt er an der Stelle zu graben an. "Und genau dort kann ich dann sondieren", sagt Matthias. Sondieren bedeutet, dass er mit einer dünnen Metallstange durch den Schnee sticht und einen Widerstand sucht. "Hoffentlich finde ich somit den Verschütteten. Und dann wird er ausgegraben." Trägt eine verschüttete Person kein Lawinensuchgerät bei sich, dann ist ein Hund die einzige Möglichkeit, dass sie gefunden wird.

Aufgerufen am 24.05.2022 um 05:44 auf https://www.sn.at/panorama/kinder/alles-der-schnauze-nach-116153638

Kommentare

Schlagzeilen