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Aus dem Berg auf die Straße

Bei Schnee und Eis rücken in Salzburg wieder Schneepflüge aus. Geladen haben sie ein weißes Gut.

Mit großen Geräten ist der Winterdienst voll im Einsatz. SN/sb
Mit großen Geräten ist der Winterdienst voll im Einsatz.

Die Mitarbeiter des Winterdiensts der Stadt Salzburg sind jederzeit einsatzbereit, wenn Schneeflocken vom Himmel fallen und Straßen glatt werden. Die Stadt hat sich rechtzeitig mit 2000 Tonnen Splitt und 1400 Tonnen Salz eingedeckt. Salz lässt Eis und Schnee schmelzen. Wisst ihr, woher es kommt? Und unterscheidet es sich von dem Salz, das wir zum Würzen von Speisen verwenden?

Das Salz stammt vom Urmeer, das vor langer Zeit das Salzkammergut bedeckte. Als das Wasser verdampfte, lagerte sich Salz ab und gelangte bei der Entstehung der Alpen in das Innere der Berge. Das Salz ist hart und in seiner reinen Form weiß. Enthält es Fremdstoffe, sind rote, gelbe, blaue und violette Farbtöne möglich. Die Salinen Austria AG baut das Salz in den Bergen von Bad Ischl, Altaussee und Hallstatt ab. Es verteilt sich wie der Schokoladenteig eines Marmorgugelhupfs im Berg. Um herauszufinden, wo es sich genau befindet, führen die Bergmänner zunächst Erkundungsbohrungen durch. Sind sie fündig geworden, bohren sie einen kleinen Hohlraum in das Gestein, in den sie über eine Leitung Wasser pumpen. Im Wasser löst sich das Salz auf und die so entstandene Sole wird abgepumpt. Das Loch wird übrigens immer größer, weil über Jahrzehnte hinweg Wasser hinein und Sole abgepumpt wird.

In der Saline in Ebensee wird das Salz hergestellt - dorthin fließt die Sole über eine Pipeline. Diese wurde bereits im Jahr 1595 gebaut. Als Rohre dienten damals ausgehöhlte Baumstämme, heute bestehen sie aus Kunststoff. In der Saline werden zuerst Fremdstoffe wie Erde und Ton aus der Sole geholt. Anschließend wird sie erhitzt, bis das Wasser verdampft ist. Der Salzbrei wird dann in einer Zentrifuge - das ist wie die Trommel einer Waschmaschine - geschleudert und getrocknet. Fertig ist das Salz. Das Salz für den Winterdienst und das zum Kochen unterscheiden sich kaum. Letzteres ist nur um eine Spur reiner.

Salz hilft zwar gegen Eis und Schnee, es lässt aber auch Autos rosten und es schadet Pflanzen. In der Stadt Salzburg darf deshalb Streusalz in seiner puren Form nur für Obusstrecken und bei Eisregen verwendet werden. Auf den übrigen Straßen verteilen die Schneepflüge eine Mischung aus Salz und Sole. Dieses Feuchtsalz bleibt besser auf der Straße haften und wirkt schneller als Streusalz. Sole allein wird als vorbeugende Maßnahme gespritzt, damit sich erst gar kein Eis auf der Straße festsetzt.

Habt ihr schon vom "weißen Gold" gehört? Damit ist Salz gemeint. Einst war es ein wertvolles Handelsgut. Niemand wäre damals auf die Idee gekommen, Salz zum Enteisen auf Straßen zu streuen. Das ist in Österreich erst seit 50 Jahren der Fall.

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