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Den Winter verschlafen

Ski fahren, eislaufen oder daheim ein gutes Buch lesen. Das machen viele Menschen im Winter. In der Tierwelt kehrt indessen Ruhe ein.

Igel schlafen im Winter und fressen sich zuvor ordentlich Speck an. SN/dpa
Igel schlafen im Winter und fressen sich zuvor ordentlich Speck an.

Wenn es draußen Minusgrade hat, dann gehen wir gerne Ski fahren oder eislaufen. Aber am liebsten kuscheln wir uns doch daheim unter eine dicke Decke und trinken Tee oder Kakao. Nur widerwillig verlassen wir in der Früh, wenn es noch dunkel ist, das warme Zuhause, um in die Schule zu gehen.

Tiere finden in der kalten Jahreszeit kaum noch Futter. Viele Arten verkriechen sich daher - und manche verschlafen die kalte Jahreszeit überhaupt an einem geschützten Ort. So einen Winterschlaf halten beispielsweise Igel, Murmeltiere, Fledermäuse oder Siebenschläfer. Letztere machen ihrem Namen übrigens alle Ehre, sie schlafen mindestens sieben Monate lang.

Doch so einfach es auch klingt, beim Winterschlaf passiert so einiges, damit die Tiere nicht erfrieren oder verhungern. Ihre Körperfunktionen werden auf ein Minimum zurückgefahren. Das heißt: Ihr Herzschlag verringert sich, beim Igel sogar auf nur noch wenige Schläge pro Minute. Außerdem kommt der sogenannte Stoffwechsel fast vollständig zum Stillstand. Das wiederum bedeutet, dass die Tiere nichts zu fressen oder trinken benötigen, und sie müssen auch nicht oder zumindest nicht so oft "aufs Klo". In diesem Zustand bleiben sie mehrere Monate lang. Dafür ist es aber notwendig, dass die Tiere sich vor dem Winterschlaf auch entsprechende Reserven zulegen. Sie fressen also im Herbst, so viel sie nur können, ihr Körper baut dann im Schlaf die Vorräte ab.

Andere Tiere wiederum halten Winterruhe, wodurch sie in der kalten Jahreszeit ebenfalls weniger Energie verbrauchen. Dazu gehören etwa Eichhörnchen oder Bären. Sie schlafen zwar auch, aber nicht so fest wie beim Winterschlaf; auch werden ihr Herzschlag und ihre Atmung nicht so stark verlangsamt. Hin und wieder wachen sie auf, um sich umzubetten. Eichhörnchen unterbrechen ihre Ruhephase auch, um zu fressen.

Und dann gibt es noch die Winterstarre, in die etwa Insekten oder Frösche fallen. Sie gehören zu den sogenannten wechselwarmen Arten. Das heißt, dass ihre Körpertemperatur direkt von der Außentemperatur abhängig ist. Wenn es also draußen kalt wird, sinkt auch ihre Körpertemperatur ab. Um nicht zu erfrieren, müssen sie geschützte Bereiche aufsuchen. Manche dieser Tiere haben auch eine Art Frostschutzmittel im Körper. Aus der Winterstarre erwachen sie daher auch erst wieder, wenn die Temperaturen steigen. Bis es so weit ist, können die Tiere noch einige Zeit ausruhen. Wir wünschen einen erholsamen Schlaf!

Aufgerufen am 07.04.2020 um 06:15 auf https://www.sn.at/panorama/kinder/den-winter-verschlafen-81757084

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