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Der Flughafen als Megabaustelle

Baufahrzeuge statt Flieger. Auf Salzburgs Flughafenpiste stehen derzeit die Flugzeuge still.

Die Sommerferien stehen vor der Tür und damit steigt auch die Vorfreude auf die Urlaubsreise - die viele wieder mit dem Flugzeug antreten werden.

Obwohl die Menschheit den Traum vom Fliegen schon seit jeher hegt, ist die Geschichte der Passagierluftfahrt aber noch relativ jung. Keine hundert Jahre ist es her, dass der Salzburger Flughafen eröffnet wurde und die ersten Flieger Richtung München abhoben. Im August 1926 war es so weit. In dieser Zeit entstanden auf der ganzen Welt zahlreiche Flughäfen, der Flugverkehr mit Passagieren an Bord begann sich erst langsam zu entwickeln. Bis dahin hoben die meisten Flieger zu Militärzwecken, für die Luftpost oder für Kunstflugvorführungen ab.

Erst in den 1970er-Jahren feierte das Flugzeug seinen Durchbruch als Transportmittel, um ans Urlaubsziel zu kommen. In fremde Länder zu fliegen war nicht länger ein Luxus, der reicheren Bevölkerungsschichten vorbehalten war.

2018 zählte der Salzburger Flughafen 18.457 Ankünfte und Abflüge, mehr als 1,8 Millionen Passagiere wurden dabei befördert. Kein Wunder, dass auch die 2850 Meter lange und 45 Meter breite Piste, die in den Jahren 1959 und 1960 errichtet worden war, mit den Jahren ziemlich ramponiert wurde. Deshalb wird sie derzeit generalsaniert - fünf Wochen lang ist der Flugverkehr gesperrt.

Was seit 24. April auf dem Salzburger Flughafen gewerkt wird, hat gigantische Ausmaße: Zunächst wurde die rund 60 Jahre alte Betonpiste zertrümmert, danach begannen die Asphaltierungsarbeiten auf der Start- und Landebahn. Vier Schichten Asphalt - insgesamt 115.000 Tonnen - wurden aufgetragen. Zum Vergleich: Damit könnte eine 50 Kilometer lange Straße - etwa die Strecke Salzburg-Bischofshofen - auf zehn Metern Breite mit einer zehn Zentimeter dicken Asphaltschicht überzogen werden.

80 bis 100 Lkw sind im Dauereinsatz, bis zu 250 Bauarbeiter auf der Baustelle beschäftigt. 20 Walzen verdichten die Asphaltschichten. 185 Kilometer Kabel werden verlegt und 1000 Lichter auf die moderne LED-Beleuchtungstechnik umgerüstet.

Das Bauprojekt kostet zwischen
40 und 42 Mill. Euro. Darin enthalten sind auch die Kosten, die durch den Ausfall des Flugverkehrs entstehen. Während der Sperre wären immerhin rund 1600 Flugzeuge gestartet oder gelandet. Am 29. Mai nimmt der Flughafen mit der Landung des frühen Fliegers aus Wien seinen Flugplan aber wieder auf. Gute Reise!

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Quelle: SN

Aufgerufen am 27.05.2019 um 12:53 auf https://www.sn.at/panorama/kinder/der-flughafen-als-megabaustelle-70306840

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