Kinder

Die Sorge um unseren Planeten

Der Klimawandel beschäftigt Kinder und Jugendliche am meisten. Mehr noch als Corona. Aber was genau kann jeder für unsere Umwelt tun?

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Corona ist momentan überall in den Nachrichten, zu Hause wird ständig darüber gesprochen und in der Schule oder im Kindergarten ist es ein permanentes Thema. Aber es gibt wohl ein Problem, das Kinder und Jugendliche in Österreich noch mehr beschäftigt als das Virus. Und das ist der Klimawandel. Vor Corona hatte - unter anderem mit Fridays for Future - eine starke soziale Bewegung begonnen. Schülerinnen und Studierende, Buben und Mädchen auf der ganzen Welt, haben sich zusammengetan, um auf den Umgang mit der Umwelt und unserem Planeten aufmerksam zu machen. Sie haben sich eingesetzt für den Schutz unseres Klimas. Und Corona hat nichts an dieser Wichtigkeit geändert. Kinder und Jugendliche machen sich weiterhin die größten Sorgen um unseren Planeten. Das war eines der Ergebnisse, einer Umfrage, die das Institut für Jugendkulturforschung für SOS-Kinderdorf durchgeführt hat. 400 Kinder und Jugendliche im Alter von elf bis 18 Jahren wurden befragt. "Junge Menschen sind durch Corona mit großer Unsicherheit konfrontiert - nicht nur gesundheitlich, sondern auch in ihrer Ausbildung und im sozialen Umfeld. Umso bemerkenswerter ist es, dass Corona die Angst vor der Klimakrise nicht verdrängt hat", so Christian Moser, Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf.

Laut der aktuellen Umfrage machen sich 59 Prozent der Kinder und Jugendlichen Sorgen, dass es in Zukunft öfter zu Pandemien kommen könnte. Viel mehr, nämlich 85 Prozent, hingegen haben Angst, dass wir drauf und dran sind, die Erde zu zerstören. Die Befragten fühlen sich von Gesellschaft und Politik im Stich gelassen, sie glauben, wir müssen jetzt handeln, denn sonst ist es zu spät.

"Das Traurige ist, Kinder und Jugendliche erwarten sich keine Besserung der Situation, sondern blicken pessimistisch in die Zukunft", sagt Christian Moser.

Wenn die Befragten an die Perspektive unseres Planeten denken, dann haben sie kein gutes Gefühl. Denn: Sie machen sich Sorgen, dass die Luftqualität immer schlechter wird, dass sich die Folgen des Klimawandels und der Umweltverschmutzung negativ auf ihre Gesundheit auswirken und dass Politiker und Menschen, die in großen Firmen etwas zu sagen haben, den Klima- und Umweltschutz noch immer nicht ernst genug nehmen.

Und was gäbe es für Möglichkeiten, was wünschen sich die Befragten? Eine grünere Umgebung mit mehr Platz für junge Menschen, mehr Freiflächen statt Parkplätzen sollten geschaffen werden. Weniger Autos wären ein Ziel und 70 Prozent der Befragten wünschen sich, dass der öffentliche Verkehr besser ausgebaut werden soll.

Viele Kinder und Jugendliche wollen selbst handeln und aktiv sein. Manche wissen nur nicht genau, was sie tun können, und sie würden sich mehr Tipps und Anregungen wünschen. Der Einsatz von jedem Einzelnen und jeder noch so kleine Beitrag zählt. Darum haben wir ein paar leicht umsetzbare Tipps zusammengesucht und präsentieren sie euch links unten auf dieser Seite.

Klimaschutz - so kannst du aktiv werden:

Ohne Plastik in die Schule
Die meisten Hefteinbände, Schutzfolien und Mappen sind aus Plastik. Vielleicht fallen euch Alternativen ein - man kann etwa die Hefte mit coolen Zeitungsseiten oder altem Geschenkpapier einbinden.

Dinge gemeinsam nutzen
Die Herstellung vieler Produkte frisst Energie und Rohstoffe und schädigt somit das Klima. Vielleicht gibt es Dinge, die ihr ausleihen könnt, gebraucht kauft oder auch mit Freunden teilt, wie etwa gute Bücher, Spielsachen oder DVDs.

Rad und Bus statt Mama-Taxi
Wenn ihr mit dem Rad fahrt, den Bus nehmt oder einfach zu Fuß geht, spart ihr dabei enorme Mengen am umweltschädlichen Gas Kohlendioxid (CO2).

Weniger konsumieren
Shoppen macht glücklich, aber nur für ganz kurze Zeit. Mach dir Gedanken, ob dich das Gewünschte jetzt wirklich glücklicher machen würde. Verzichte auf maßlosen Konsum und auf Dinge, die du nicht wirklich brauchst. Zumindest mal eine Zeit lang.

Nachhaltigkeitscheck
Große Firmen sind oft Klimasünder. Es gibt aber mittlerweile viele Unternehmen, die auf Nachhaltigkeit achten. Durchforste doch mal die Websites und Apps, die Produkte und Hersteller auf ihren ökologischen Fußabdruck überprüfen.

Beim Kochen
Verwende einen Kochdeckel, denn sonst wird mehr Energie verbraucht. Und: Platziere das passende Gefäß auf der Herdplatte. Ist der Topf größer als die Platte, dann braucht das Gericht länger, bis es kocht. Ist der Topf zu klein, wird ebenfalls Energie verschwendet.

Klimaschutz zum Thema machen
Rede mit deinen Freundinnen und Freunden darüber, was man tun kann, um unseren Planeten zu schützen. Finde heraus, ob es in deiner Gegend Organisationen wie Fridays For Future gibt und frage nach, wie du dich einbringen kannst.

Aufgerufen am 29.10.2020 um 03:40 auf https://www.sn.at/panorama/kinder/die-sorge-um-unseren-planeten-93912988

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