Kinder

Die zwei haben ernste Probleme

Grünfink und Amsel kämpfen mit gefährlichen Krankheiten. Ihre Zahl ist im vergangenen Jahr drastisch gesunken.

Grünfinken stecken sich beim Wasser an. SN/birdlife/michael dvorak
Grünfinken stecken sich beim Wasser an.
Amseln leiden unter einem Virus. SN/birdlife/lisa lugerbauer
Amseln leiden unter einem Virus.

An milden Wintertagen klingt es derzeit schon ein bisschen wie im Frühling, wenn die Vögel im Garten fröhlich zwitschern. Da möchte man gar nicht glauben, dass zwei Vogelarten gerade mit großen Problemen zu kämpfen haben: die Grünfinken (Grünlinge) und die Amseln. Die Zahl der Grünfinken ist in Österreich in den vergangenen fünf Jahren um die Hälfte zurückgegangen. Bei den Amseln gab es allein im vergangenen Jahr einen Rückgang von einem Drittel. Das ergaben vor Kurzem Zählungen der Organisation BirdLife. Der Grund dafür ist, dass beide Vogelarten mit Krankheiten zu kämpfen haben. Grünfinken verenden, wenn sie sich mit Trichomonaden anstecken. Das sind Krankheitserreger, die im Sommer in Wassertränken vorkommen. Die Vögel stecken sich dort mit dem infizierten Wasser an und können dann auch noch weitere Vögel anstecken. "Infizierte Grünfinken können dann keine Nahrung mehr aufnehmen", sagt Vogelexperte Gábor Wichmann von BirdLife. Deshalb ist es wichtig, mit dem Füttern sofort aufzuhören und die Wassertränke zu entfernen, wenn ein kranker oder toter Grünfink nahe einer Futterstelle aufgefunden wird. Die Amseln wiederum sind durch das Usutu-Virus gefährdet. Dieses Virus stammt ursprünglich aus Afrika - der Name kommt vom Fluss Usutu in Swasiland. Übertragen wird das Virus von Mai bis September durch Stechmücken. Infizierte Amseln wirken krank, flüchten nicht mehr und sterben meistens innerhalb weniger Tage. Auch die Gesamtzahl der gefiederten Freunde ist laut der Zählung von BirdLife gesunken. In den vergangenen Jahren wurden im Durchschnitt bei den Zählungen 40 Vögel pro Stunde und Garten gezählt. Bei der letzten Zählung Anfang Jänner waren es nur 37 Vögel. Der Piepmatz, der in den Gärten der Österreicher am häufigsten gesehen wird, ist übrigens die Kohlmeise. Auf den Plätzen zwei und drei folgen der Feldspatz und der Hausspatz.




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