Kinder

Ein buntes Dorf mit 24 Türen

Bereits vor zweihundert Jahren zählten Kinder die Tage bis Weihnachten mit einem Adventkalender. So konnten sie die Zeit messen, bis das Christkind kommt.

Paulina und Niklas haben aus Schachteln einen Adventkalender gebastelt. SN/privat
Paulina und Niklas haben aus Schachteln einen Adventkalender gebastelt.

Der allererste Adventkalender wurde angeblich im Jahr 1851 selbst gebastelt - seither gehört dieses Ritual zum christlichen Brauchtum und hilft uns, die verbleibende Zeit bis Weihnachten greifbarer zu machen. Die ersten Modelle waren natürlich nicht so wie heute - das waren keine mit Schokolade oder Geschenken gefüllten Kalender. Die Menschen hängten damals beispielsweise 24 weihnachtliche Bilder an die Wand. Oder die Familien malten einfach 24 Striche mit Kreide an die Wand oder an die Türe, die Sonntage waren immer ein wenig länger oder mit Farbe.

Die Kinder durften dann jeden Tag einen Strich wegwischen. In anderen Familien legten die Kinder jeden Tag einen Halm aus Stroh oder eine Feder in die Krippe, damit das Jesuskind dann besonders fein gebettet war. Eine weitere Form des Adventkalenders war diese: Die Menschen zündeten jeden Tag bis Weihnachten eine Kerze an und ließen sie immer bis zu einer bestimmten Markierung herunterbrennen. Bei uns gab es noch eine besondere Form: eine Himmelsleiter. Jeden Tag konnte man das Christkind eine Sprosse weiter hinunter bewegen - das sollte daran erinnern, dass Gott zu Weihnachten zu uns auf die Erde kommt.

Bis heute ist der Adventkalender eine lieb gewonnene Tradition und nicht nur Kinder freuen sich darauf.

Paulina und Niklas aus Salzburg waren bereits fleißig und haben heuer ihren Adventkalender selbst gebastelt. Vielleicht habt ihr auch Lust und macht euch ans Werk. Ihr benötigt für unsere Variante: 24 kleine Schachteln (Streichholzschachteln, leere Medikamentenboxen etc.), buntes Tonpapier, zwei große Bögen dunkelblaues Tonpapier, ein Lineal, Klebstoff, eine Schere, Watte und zum Verzieren eurer Häuschen alles, was euch gefällt (Glitzerstifte, Sternsticker, kleine Knöpfe, Perlen usw.) Und so funktioniert die Bastelei: Zuerst beklebt ihr eure Schachtelhäuser mit Tonpapier und schneidet dann für jedes Häuschen ein dreieckiges Dach in einer anderen Farbe aus, das ihr dann mit Schornstein und Rauch aus Watte bekleben könnt. Und wichtig: Die Zahl darauf nicht vergessen! Größere Schachteln eignen sich als Schule, Kindergarten oder Kirche.

Wenn ihr die 24 Gebäude fertig habt, dann wird jedes individuell gestaltet - malt Fenster darauf, Balken, Gartenzäune usw. Nun werden die beiden Tonpapierbögen zusammengeheftet und dann klebt ihr eure Häuser darauf. Lasst im oberen Teil Platz für den Sternenhimmel. Zum Schluss dürft ihr eure weihnachtliche Stadt noch verzieren und fertig ist der Adventkalender. Wobei, etwas fehlt noch - die Füllung. Klar, Schokolade und Zuckerl mag jeder, aber wie wäre es mal hiermit: Teelicht mit Wunschfunktion (beim Anzünden geht ein Wunsch ans Christkind), Badeperlen, Gummiball, Glitzerstreusel zum Keksverzieren, Radiergummis, Christbaumanhänger, Haargummis, Matchboxauto, Lesezeichen, Jojo, Schlüsselanhänger.

Aufgerufen am 27.11.2020 um 01:43 auf https://www.sn.at/panorama/kinder/ein-buntes-dorf-mit-24-tueren-95856385

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