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Ein buntes Nest fürs Osterfest

Ob als Osterschmuck oder als köstliche Mahlzeit - bunt bemalte Eier gehören für uns zum Osterfest. Aber warum färben wir die Ostereier eigentlich?

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Ostern ist das höchste Fest im Christentum. Und eine Osterfeier ohne Eier ist unvorstellbar. Wir färben, verzieren und verstecken sie, und wir kochen und backen mit ihnen. Das Ei symbolisiert in vielen Kulturen Fruchtbarkeit und neues Leben. Es steht für den Frühling, für die Zeit des Erblühens und des Erwachens der Natur. "Im Christentum steht das Ei seit Jahrhunderten auch als Symbol für die Auferstehung Jesu Christi", erklärt Michael Greger vom Salzburger Landesinstitut für Volkskunde. Die zerbrochene Eierschale wurde als Grab gedeutet.

Der Ursprung des Brauchs, warum wir zu Ostern Eier färben, ist nicht ganz geklärt. Es gibt zwei Thesen: Wahrscheinlich liegt der Grund dafür in der Fastenzeit, die vom Aschermittwoch bis zum Karsamstag dauert. Früher nahmen die Menschen das Fasten sehr ernst und verzichteten auf Fleisch und Wein. Während dieser Zeit durfte man auch keine Eier essen. Die Hühner legten aber eifrig weiter Eier. Im Mittelalter gab es noch keinen Kühlschrank und um die Eier länger haltbar zu machen, hat man sie einfach gekocht. Damit man die alten Eier nach der Fastenzeit nicht mit den frischen verwechselte, wurden sie eingefärbt. Die zweite Theorie geht so: Um die geweihten Eier von den ungeweihten zu unterscheiden, färbten die Menschen sie. "Zum Färben der Eier verwendete man natürliche Mittel, wie den Saft von Heidelbeeren, Himmelschlüsseln und Roten Rüben sowie Zwiebelschalen", erklärt Greger.

Zunächst wurden die Eier nur rot bepinselt. Damit sollte an das Leiden von Jesu Christi erinnert werden, der sein Blut für die Erlösung der Menschheit vergossen hat.

Erst viel später wurden die Eier auch in anderen Farben angemalt. Rot steht für Kraft, Liebe und Lebensfreude. Grün symbolisiert Hoffnung, Neubeginn und Glück sowie Jugend und Unschuld. Orange ist die Farbe von Kraft, Ausdauer, Ehrgeiz und Wärme. Gelbe Eier verbindet man mit Licht, Sonne, Hoffnung und dem Wunsch nach Erleuchtung. Weiß ist die Farbe der Reinheit, Blau steht für Unglück und Kälte. Goldene Eier, die man vor allem in Osteuropa findet, stehen für Kostbarkeit. Mit der Zeit wurden die Eier immer kunstvoller verziert. Muster wie lange Linien sollen für ein ewiges Leben stehen. Wellen symbolisieren Wasser, Punkte oder Tropfen die Tränen Marias. Pflanzen werden mit Leben, Gesundheit und Wohlwollen verbunden.

Der Brauch des Verzierens von Eiern im Frühjahr ist nicht neu. Einst konnten nur wenige Menschen lesen und schreiben. Daher verwendete man Eier zum Übermitteln von Botschaften. Statt zu schreiben: "Ich wünsche dir Gesundheit und ewige Jugend", malten die Menschen Lebensbäume auf die Eier. Wer sich nach Fruchtbarkeit sehnte, malte eine Sonne. Schenkte ein Mann einer Frau ein Ei, das kunstvoll mit Blumen bemalt war - zum Beispiel mit einer Rose - dann hieß das: "Ich liebe dich."

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