Kinder

Ein Unterschlupf für Insekten

Es wird wärmer und bald summt es wieder im Garten. Wer Wildbienen genau beobachten möchte, kann sich selbst eine Nisthilfe basteln.

Wichtig ist, dass Insekten im Garten genügend Nahrung finden. SN/APA/BARBARA GINDL
Wichtig ist, dass Insekten im Garten genügend Nahrung finden.

Insektenhotel - das klingt doch nach einem gemütlichen Unterschlupf für Wildbienen (in Österreich gibt es davon rund 700 Arten). Doch Experten sehen das Thema zwiespältig. Denn Insekten haben ganz andere Probleme: Ihnen fehlt es immer öfter an geeigneten Lebensräumen. Ein Insektenhotel, auch Nisthilfe genannt, ist da meist nur eine kleine Hilfe.

Irene Drozdowski vom Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken und Partnerin der Initiative "Blühendes Österreich" kennt sich sehr gut mit dem Thema aus. Sie erklärt, dass man die Tiere noch besser unterstützen kann, indem man viele unterschiedliche einheimische Blütenpflanzen oder Sträucher im Garten ansetzt. Denn dann finden die Wildbienen auch genug Nahrung. Wer einen Balkon hat, kann sie mit Kräutern wie Thymian oder Salbei anlocken. Auch Lavendel mögen sie sehr.

Wer einen schon abgestorbenen Obstbaum im Garten hat, sollte diesen nicht entfernen, oder zumindest einen größeren Stumpf stehen lassen. "Das ist die beste Nisthilfe, die man haben kann", sagt Irene Drozdowski. Denn seltene Käfer und Wildbienen fühlen sich dort besonders wohl.

Wenn ihr aber Wildbienen beobachten möchtet, könnt ihr euch selbst eine Nisthilfe bauen. Das geht ganz einfach: Dazu braucht ihr eine Konservendose, die mindestens neun bis zehn Zentimeter tief ist. Dort könnt ihr Schilf- oder Bambusrohre hineintun und diese mit Fliesenkleber am Ende gut ankleben, damit nach hinten abgeschlossen ist. Die Rohre sollten unbeschädigt sein, innen glatt und einen Innendurchmesser von sieben bis zehn Millimetern haben. Sie sollten auch an den Enden glatt sein, da kann man mit Schmirgelpapier nachhelfen. Die Wildbienen legen in den Röhrchen ihre Eier ab - jedes bekommt ein eigenes "Kinderzimmer", das mit einer Wand vom nächsten getrennt ist. Je länger das Rohr ist, desto mehr Zimmer haben Platz.

Irene Drozdowski hat aber im Raum Wien schon beobachtet, dass Vögel durchschaut haben, dass in den Rohren fette Maden leben und damit auch Nahrung für sie versteckt ist. Daher sollte man die Nisthilfe im Auge behalten. Wenn Meisen oder Spechte Interesse zeigen, sollte man ein Gitter - wie beim Hasenstall - anbringen. Die Nisthilfe sollte nicht nass werden und nicht beweglich aufgehängt sein. Man kann sie beispielsweise an eine Hauswand hängen, die in Richtung Osten oder Südosten zeigt.

Irene Drozdowski rät dazu, schnell zu sein, denn die Gehörnte Wildbiene beispielsweise beginnt schon im März damit, ihre Eier zu legen.

Wer mehr über Wildbienen und Nisthilfen wissen möchte, dem empfiehlt die Expertin diese zwei Bücher: "Fertig zum Einzug: Nisthilfen für Wildbienen" von Werner David oder "Wildbienen - die anderen Bienen" von Paul Westrich. Er hat auch eine Website mit vielen Informationen unter www.wildbienen.info

Aufgerufen am 23.01.2021 um 07:37 auf https://www.sn.at/panorama/kinder/ein-unterschlupf-fuer-insekten-84449152

Kommentare

Schlagzeilen