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Guten Flug!

Unzählige Vögel haben sich versammelt, bereit für die Reise in den Süden. Die letzten Nachzügler machen sich jetzt, im Oktober, noch schnell auf den Weg.

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Der bekannteste Zugvogel bei uns ist die Rauchschwalbe. Das ist die mit den langen Schwanzspießen. Sie wird "Glücksbringer im Stall" genannt, weil sie dort gerne ihr Nest baut. Die Rauchschwalben fliegen von ihren Brutgebieten bei uns über die Sahara bis zu ihren Winterquartieren im südlichen Afrika.

Aber warum machen die das überhaupt? Das weiß Jakob Pöhacker vom Haus der Natur. Er ist Ornithologe, also jemand, der die Vögel studiert. "Es muss einen Mehrwert für die Vögel haben, sonst würden sie es nicht tun", sagt er. Für die Rauchschwalben geht es darum, dass sie im Süden besser überleben können, weil sie hier bei uns im Winter zu wenig zu fressen finden. Rauchschwalben jagen Insekten. Und davon krabbeln oder fliegen nun einmal in Mitteleuropa nicht genügend herum im Winter.

Die Rauchschwalben ziehen in großen Gruppen in den Süden und legen auf dieser Reise bis zu 10.000 Kilometer zurück. Gemeinsam können die Vögel sich besser orientieren. Außerdem fällt es Fressfeinden viel schwerer, die Schwalben aus dem Schwarm zu schnappen, als wenn sie einzelne Vögel jagen würden. Die meisten Singvögel fliegen in der Nacht. Die Rauchschwalbe nicht, die reist untertags und kann dabei gleichzeitig Insekten jagen. So organisiert sie sich quasi im Fliegen ihr "Bordmenü".

Und das kann sie gut brauchen, denn so eine gigantische Reise ist teilweise ganz schön anstrengend und gefährlich. "Die Rauchschwalben fliegen ja über den Mittelmeerraum. Und da gibt es immer noch Vogeljagd", erzählt Jakob Pöhacker. Ein weiteres Problem sind große Glasflächen, gegen die die Tiere fliegen und sich verletzen. Dann gibt es natürlich auch das Wetter: Wenn massiver Wind bläst oder ein gewaltiges Gewitter aufzieht mit Blitzen, Starkregen oder Hagel. Dann kann es sein, dass manche Arten wie die Rauchschwalbe einfach nicht mehr weiterkommen.

Und wie orientieren sich die Rauchschwalben? "Vieles ist genetisch angeboren. Also wie programmiert. Außerdem können die Vögel das Magnetfeld der Erde wahrnehmen und orientieren sich auch an der Sonne."

Im Winterquartier angekommen, wird erst einmal ordentlich gefuttert. Und im Frühling sollten unsere Rauchschwalben wieder sicher hier in Österreich ankommen. Übrigens: Jedes Jahr sind etwa 50 Milliarden Zugvögel auf der Welt unterwegs.

Aufgerufen am 20.10.2021 um 03:06 auf https://www.sn.at/panorama/kinder/guten-flug-110556586

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