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Haaaatschi - es ist Heuschnupfenzeit

Der Wind pustet den Blütenstaub der Bäume, Sträucher und Gräser weit durch die Luft. Und diese Pollen können der einen oder dem anderen ganz schön zu schaffen machen.

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Den Startschuss für die Heuschnupfensaison feuert der Haselstrauch ab - er verteilt als Erster seine Pollen. Als Nächstes sind Erle und Birke dran. "Jetzt gerade sind es die Gräser, die Beschwerden machen", erzählt Doktor Thomas Hawranek. Er ist Leiter der Allergieambulanz der Uniklinik Salzburg für Dermatologie und Allergologie.

Wenn es viel regnet, hat der Blütenstaub wenige Chancen, lästig zu sein, denn da ist die Luft fast pollenrein. "Aber auch erst, wenn es längere Zeit geregnet hat", sagt Thomas Hawranek. War es viele Tage trocken und der erste Regen beginnt, dann ist es so: "Durch das Aufpeitschen der Wassertropfen auf den Boden werden die Pollen aufgewirbelt und das macht dann erst recht Beschwerden."

Was bei Heuschnupfen genau in unserem Körper abläuft, das ist ganz schön kompliziert. Pollen wären ja grundsätzlich nichts Gefährliches für uns. Aber es ist so, dass das Immunsystem das nicht immer genauso sieht. Bei manchen Menschen bildet es spezielle Antikörper, um diese Pollen abzuwehren. Antikörper sind quasi wie kleine Soldaten, die die Feinde von außen zurückschlagen. Bei diesem Vorgang werden Signale an die Zellen gesendet. "Das bringt die Zelle dann dazu, dass sie die Substanzen ausschüttet, die in ihr stecken." Die berühmteste dieser Substanzen ist Histamin. Das Histamin kann an den Stellen, wo es wirksam ist, allergische Reaktionen hervorrufen. "Es kommt dann zum Fließschnupfen, zu Schwellungen und Juckreiz an den Augen. Und ganz wenige haben Pech und entwickeln sogar Asthma", sagt Thomas Hawranek.

Heuschnupfen kann vererbt werden, er kann aber auch urplötzlich auftreten. Die Allergie kann leider jeden treffen und das auch in jedem Alter. Und was hilft dagegen? Zum Glück gibt es da ein paar gute Möglichkeiten.

Man kann die Symptome bekämpfen, wenn sie auftreten. Also mit Tabletten, Nasensprays und Augentropfen. Damit ändere ich aber am Wesen der Krankheit nichts. "Um das Übel an der Wurzel zu packen, gibt es die Immuntherapie", erklärt Thomas Hawranek. Die funktioniert mit Spritzen, Tabletten oder Tropfen. Da wird das Allergen selbst verabreicht. Es ist so, dass man mit ganz wenig beginnt. Zunächst sagt das Immunsystem: "Ach, das ist ja ganz wenig, das ist mir wurscht." Mit der Zeit wird die Dosis erhöht und das Immunsystem gewöhnt sich daran. Es denkt sich: "Ach okay, dann ist es halt nun ein wenig mehr." Irgendwann ist es so viel, dass das Immunsystem, auch wenn dann die Pollen durch die Luft fliegen, prinzipiell sagt: "Ach, das kenne ich ja schon." Diesen Prozess nennt man Toleranzentwicklung.

Wer wissen will, welche Pollen gerade aktuell unterwegs sind, der kann beim Pollenwarndienst (www.pollenwarndienst.at) nachschauen.

Aufgerufen am 23.06.2021 um 06:45 auf https://www.sn.at/panorama/kinder/haaaatschi-es-ist-heuschnupfenzeit-104679661

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