Kinder

Hunde- oder Katzenmensch?

Wer einen Hund besitzt, der verhält sich auch wie ein Hund - kontaktfreudig, aufgeschlossen und gesellig. Ist das wirklich so? SNuppi hat bei einer Psychologin nachgefragt, was es mit den Begriffen auf sich hat.

Vielleicht habt ihr euch mit euren Eltern schon mal die Frage gestellt: Passt ein Hund besser zu uns oder eine Katze? Wer sich einen Hund zum Herumtoben wünscht, dem muss klar sein, dass der Vierbeiner auch bei schlechtem Wetter raus muss. Und die vielleicht pflegeleichtere Katze will auch jeden Tag ein ausgemistetes Klo vorfinden. Ganz schön viel Verantwortung auf Dauer. Entscheidend bei der Auswahl eines Haustieres kann aber noch eine andere Frage sein: Bin ich selbst eher ein Hundemensch oder ein Katzenmensch? Treffen die Eigenschaften, die einem Hund zugeschrieben werden, auch auf seinen Besitzer zu? Psychologin Birgit U. Stetina, die an der Sigmund-Freud-Universität in Wien arbeitet und sich mit der Mensch-Tier-Beziehung befasst, erzählt: "Menschen, die Katzen lieben, sind laut Untersuchungen offener für Neues, aber auch neurotisch, also übertrieben ängstlich." Hundemenschen sind kontaktfreudiger, geselliger, aufgeschlossener und versöhnlicher als Katzenbesitzer. Lässt sich also anhand meines Lieblingstieres sagen, wie mein Charakter ist? "Nein, nicht jeder Katzen- oder Hundebesitzer muss automatisch so sein." Mancher legt sich einen Hund zu, weil der so ist, wie man selbst. Ein anderer entscheidet sich genau für das Gegenteil - ein Tier, das einen ergänzt. Du kennst das vielleicht bei dir und deinen Freunden: Den einen magst du, weil er genauso ist wie du. An dem anderen gefällt dir hingegen, dass er ganz anders ist als du. Vielleicht so, wie du gern sein möchtest. Gleich und gleich gesellt sich gern, sagt man. Oder aber auch dieses Sprichwort gibt es: Gegensätze ziehen sich an. So unterschiedlich kann auch die Beziehung zum Haustier sein. Der Hund kann aus dem Stubenhocker einen Frischluft-Fan machen, die Katze einen Rastlosen dazu bringen, öfter Pausen auf der Couch einzulegen, in denen nur gekuschelt wird. Birgit U. Stetina sagt, sie erlebe in der Therapie immer wieder, dass sich verschlossene Patienten öffnen, wenn ihnen ein Tier auf den Schoß hüpft, und sie beginnen zu erzählen. In Anwesenheit von Tieren fassen Menschen schneller Vertrauen. "Ein Tier begegnet mir ohne Vorurteile, ich kann ihm einfacher etwas erzählen." Ein Kind, das den Gefühlszustand seines Hundes erkennt, lernt automatisch, die Gefühle eines Menschen zu erkennen, auch ohne Worte. "Tiere spüren, wenn wir Stress haben, und versuchen uns abzulenken. Ein Haustier ist immer ein Gewinn für ein Kind."



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