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Maikäferchen, flieg! Alles über die Krabbler

Ein Geflirre, ein Gesause, es schwirrt und surrt ganz laut. Ein lautes "Klong" ertönt, einer der Brummer ist gegen die Dachrinne geknallt. Die Maikäfer sind unterwegs.

Von der Larve bis zum Käfer dauert es etwa vier Jahre. SN/alex stemmer - stock.adobe.com
Von der Larve bis zum Käfer dauert es etwa vier Jahre.

Die Fluggeräusche der Maikäfer erinnern an eine Flotte Doppeldecker-Flugzeuge. Sind euch die kleinen, braunen Krabbeltiere mit den lustigen fächerartigen Fühlern heuer aufgefallen? Bevor ein Maikäfer so aussieht wie auf unserem Bild hier, dauert es. Dazu muss er erst seine Metamorphose beenden. Schwieriges Wort, Metamorphose. Kurz gesagt bedeutet das: "die Umwandlung von der Larve zum erwachsenen Tier".

Der Schmetterling zum Beispiel, der ist ja auch zuerst eine Raupe. Dann verpuppt er sich, bevor er sich schlussendlich in einen Schmetterling verwandelt. Und so ähnlich ist das bei den Maikäfern. Die Weibchen verbuddeln sich im feuchten Boden. Und dort legen sie ihre Eier. Daraus schlüpfen die Käferlarven, die sogenannten Engerlinge. Diese Larven verpuppen sich dann. "Das sieht aus wie ein Käfer, der nicht ganz fertig ist", erklärt Patrick Gros. Er ist Insektenforscher am Haus der Natur Salzburg.

Wenn der Käfer dann so weit ist, reißt er die Haut der Puppe auf und kommt heraus. Und ungefähr im Mai graben sich die ausgewachsenen Insekten dann ans Tageslicht - daher kommt auch der Name Maikäfer. Bis das so weit ist, dauert es aber. Nämlich ungefähr vier Jahre. So lange brauchen die Larven etwa für die Verwandlung zum erwachsenen Maikäfer. Und die haben dann ordentlich Kohldampf. Ganze Wald- und Obstbäume oder auch Rebstöcke können sie kahl fressen. Bereits als Larven haben sie großen Appetit und knabbern gerne an den Wurzeln. Das kann auch Schaden anrichten, denn die Pflanzen wachsen dann nicht mehr so gut und können verwelken oder sogar ganz vertrocknen.

Maikäfer kommen auch in vielen Geschichten, Büchern und Liedern vor. Ich denke da an die Streiche von Max und Moritz, aus dem Buch von Wilhelm Busch. Bei ihrem fünften Streich schütteln die beiden Taugenichtse die Maikäfer vom Baum herunter. Und dann stecken sie die kleinen Krabbeltiere dem Onkel Fritz ins Bett. In der Nacht geht es dann drunter und drüber. Denn: "die Käfer - kritze, kratze! - kommen schnell aus der Matratze" und lösen ein wahres Grausen bei Onkel Fritz aus. Verständlich. Ich brauche die Maikäfer auch nicht in der Pyjamahose.

Da ist es doch viel schöner, wenn man ihnen beim Fliegen zusehen kann. Die Maikäfer fliegen eher in der Dämmerung, da kann man sie besonders gut beobachten. Patrick Gros verwendet dafür eine ganz spezielle Lampe, die ein intensives UV-Licht ausstrahlt. Das lockt die Insekten extrem stark an: "Die Lampe lasse ich in der Nacht brennen, um beispielsweise Schmetterlinge zu erfassen." Und eben auch die Maikäfer. Insektenforscher wie Patrick Gros nutzen solche Lampen häufig. "Ich habe das vor Kurzem gemacht. An dem Tag hab ich bestimmt 20 Maikäfer mit der Lampe angelockt."

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