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Marta kämpft um ihren Traum

Ungekrönt. Eine kleine Brasilianerin ist die beste Fußballspielerin der Welt. Aber sie war noch nie Weltmeisterin. Jetzt hat sie ihre letzte Chance.

Die Brasilianerin Marta im gelben Trikot: Sie ist der (noch?) ungekrönte Superstar im Frauenfußball. SN/APA (epa)/ANDRE PICHETTE
Die Brasilianerin Marta im gelben Trikot: Sie ist der (noch?) ungekrönte Superstar im Frauenfußball.

Sie hatten sich fein herausgemacht: Sie trug ein bodenlanges, schulterfreies Kleid, er einen schwarzen Anzug mit weißem Hemd und Fliege. Sie standen gemeinsam auf einer Bühne in London (Großbritannien). Dort hielten sie an diesem 24. September 2018 jeweils einen Pokal in Händen. Es war die begehrte Auszeichnung "Weltfußballer des Jahres". Der Kroate Luka Modrić hatte ihn bei den Männern gewonnen, bei den Frauen siegte Marta Vieira da Silva.

Für die nur 1,62 Meter große Brasilianerin, die alle nur Marta nennen, war es bereits die sechste Trophäe dieser Art. Damit hat sie sogar den berühmten Lionel Messi (fünf Mal Weltfußballer) übertroffen.

Weltfußballer(in) - nicht alle haben das Zeug dazu, keine Frage. Aber so gut Luka Modrić, Lionel Messi und Marta auch Fußball spielen können: Ein Triumph fehlt in ihren Sammlungen - der Weltmeistertitel.

Jetzt hat Marta wieder die Chance, eine WM zu gewinnen. Es ist keine große Chance und es ist vermutlich ihre letzte. Marta ist jetzt 33 Jahre alt und ihre große und erfolgreiche Karriere geht schön langsam zu Ende.

In diesen Tagen findet in Frankreich ein WM-Turnier statt - leider ohne Österreich. Unsere Fußballdamen haben uns 2017 bei der Europameisterschaft noch tolle Spiele gezeigt und sind bis in das Halbfinale gekommen. Die WM-Qualifikation hat die Truppe um Österreichs erste Fußballerin des Jahres, Sarah Zadrazil, leider verpasst.

Es wäre ohnehin das erste Mal gewesen, dass Österreicherinnen bei einer Weltmeisterschaft an den Start gegangen wären. Marta und ihre brasilianischen Mitspielerinnen waren bisher bei jedem der acht ausgetragenen Turniere dabei.

2007 schafften es die "Samba Queens" (Spitzname des brasilianischen Frauenteams) bis in das Endspiel. Dort scheiterten die Brasilianerinnen aber an Deutschland - auch weil Marta in diesem Endspiel einen Elfmeter vergab.

Marta blieben allerdings zwei Trostpreise: Sie gewann mit acht Treffern den Titel der Torschützenkönigin und wurde zur besten Spielerin des Turniers gewählt. Lieber hätte sie wohl den WM-Pokal in die Höhe gestemmt. Ist es ihr 2019 vergönnt? Die Brasilianerinnen zählen nicht zu den Favoritinnen. Wesentlich stärker einzuschätzen sind die deutschen Frauen und die US-Girls. Diese Teams lagen zuletzt in der Weltrangliste ganz vorn und haben schon jeweils drei WM-Titel gewinnen können. Auch den französischen Gastgeberinnen sind gute Chancen einzuräumen. Doch wer weiß: Vielleicht kommt es ja doch zur Krönung der Fußballkönigin Marta.

Fußball-WM der Frauen in Frankreich

Das Turnier in Frankreich findet von 7. Juni bis 7. Juli statt. 24 Teams nehmen daran teil. Es ist das insgesamt achte WM-Turnier für Frauen-Nationalteams. Das Endspiel findet in Lyon statt. Das dortige Stadion Parc OL ist das drittgrößte in Frankreich und hat Platz für mehr als 59.000 Zuschauer. Die nächste WM findet 2023 statt.

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