Kinder

Rabimmel, rabammel, rabumm

Am 11. November feiern viele Menschen das Martinifest. Doch woher kommt der Brauch vom Laternenbasteln und Ganslessen?

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Wenn im November die Tage immer kürzer werden und es schon früh dunkel ist, ziehen viele Kinder mit Laternen durch die Straßen. Das Lied dazu kennt ihr bestimmt. Es beginnt mit "Ich gehe mit meiner Laterne" und hört auf mit: "rabimmel, rabammel, rabumm!"

Laternenfeste rund um den 11. November heißen in manchen Regionen auch Martinsumzug oder Martinifest. Sie sind ein typischer, christlicher Brauch und erinnern an den heiligen Martin. Der lebte im vierten Jahrhundert nach Christus - also vor mehr als 1600 Jahren. Er war zuerst Soldat und später Bischof in der französischen Stadt Tours.

Obwohl Martin von Tours auch schon damals von vielen verehrt wurde, haben die Menschen erst viel später begonnen, Martinsumzüge zu seinen Ehren zu veranstalten. Das Martinsfest, so wie wir es kennen, gibt es erst seit rund 130 Jahren, sagen Forscher. Es entstand in Deutschland, genauer gesagt in der Region rund um Düsseldorf. Was der heilige Martin jedoch ausgerechnet mit Laternen zu tun hatte, ist nicht vollständig geklärt. Laternenumzüge waren schon vor den Martinsumzügen ein beliebter Brauch im Herbst. Bis heute basteln viele Kinder ihre Laternen selbst. Das geht übrigens ganz einfach - auch wenn ihr nicht viel Bastelzeug daheim habt. Aus alten Milchkartons könnt ihr nämlich ratzfatz eine Laterne zaubern: Dafür schneidet ihr einfach ein paar "Fenster" in den Karton und verziert ihn mit bunten Farben. Am Ende braucht ihr noch eine Halterung und ein Teelicht - und schon ist eure selbst gebastelte Laterne fertig!

Doch zurück zum heiligen Martin: Die Geschichte, für die er bekannt ist, hat eigentlich nichts mit Laternen zu tun, sondern mit einem Mantel. In einer kalten Winternacht soll Martin als Soldat auf seinem Pferd geritten und einem frierenden Bettler begegnet sein. Der Erzählung nach teilte Martin seinen Mantel mit einem Schwert und schenkte dem Bettler eine Hälfte davon. Deshalb ist der heilige Martin heute als Schutzpatron der Armen bekannt.

Einen weiteren Brauch rund um Sankt Martin kennt ihr vielleicht auch: In vielen Familien wird am 11. November eine Gans gegessen. Mit dem heiligen Martin habe das aber eigentlich nichts tun, sagen Geschichtsforscher: Früher gab es genauso wie vor Ostern auch vor Weihnachten eine Fastenzeit, in der viele Menschen auf Fleisch verzichteten. Das Ganslessen war also traditionell das letzte große Festmahl vor der Fastenzeit. Dabei wurden jene Gänse geschlachtet, die der Bauer nicht durch den Winter füttern konnte.

Der Legende nach soll aber auch der heilige Martin einmal mit Gänsen Bekanntschaft gemacht haben. Es wird erzählt, dass er sich einst in einem Gänsestall versteckt hat, weil er nicht zum Bischof ernannt werden wollte. Diesen Plan hatte er aber offensichtlich ohne die Gänse gemacht: Sie schnatterten so laut, dass er in seinem Versteck aufflog und vom Volk zum Bischof gewählt wurde.

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