Kinder

Rasend schnell

Eurofighter-Piloten trainieren Überschallflüge. Warum dabei ein lauter Knall entsteht.

Eurofighter-Pilot Bernd Hofer fliegt schneller als der Schall. SN/bundesheer
Eurofighter-Pilot Bernd Hofer fliegt schneller als der Schall.

Wenn die Alarmsirene am Fliegerhorst in Zeltweg läutet, muss es schnell gehen. Eurofighter-Pilot Bernd Hofer läuft dann vom Bereitschaftsraum hinaus zu seinem Kampfjet. Hose, Jacke, Helm braucht er noch - und dann schnell hinein ins Cockpit. Start und Abheben.

Diese Tage sind für die Eurofighter-Piloten außergewöhnlich: Sie trainieren Überschallflüge. Das können sie nur zwei Mal im Jahr üben - wegen des Lärms. Der entsteht, wenn ein Jet rasend schnell fliegt - mit Überschallgeschwindigkeit.

Wie geht es dem Piloten dabei? "Körperlich merkt man davon nichts", sagt Hofer. "Aber man hat beim Überschallflug wesentlich weniger Zeit, um Entscheidungen zu treffen. Es geht alles doppelt so schnell."

Beim Überschallflug überholt der Jet seinen eigenen Schall. Das passiert bei einer Geschwindigkeit von rund 1100 km/h. Dabei entstehen eine starke Druckwelle und damit auch ein lauter Knall. "Den Lärm bekommt man im Cockpit aber gar nicht mit", sagt Bernd Hofer. Der Pilot hört den lauten Knall deshalb nicht, weil er schneller unterwegs ist. Man könnte auch sagen: Der Pilot fliegt dem Knall davon.

Herunten auf der Erde hören wir diesen Lärm aber schon, wenn die Flugzeuge über uns hinwegfliegen - auch wenn die Flughöhe zwischen
13 und 15 Kilometer beträgt.

Und noch eine Besonderheit gibt es bei Überschallflügen: Wenn die Jets in tiefen Lagen fliegen, bildet sich dahinter ein weißer Nebel. Der Grund dafür ist, dass bei Unterdruck die Luft schnell abkühlt. Der in der Luft enthaltene Wasserdampf kondensiert (wird flüssig) und es bildet sich eine milchige Wolkenscheibe. Allerdings ist diese weiße Scheibe bei den Eurofighter-Übungen jetzt nicht zu sehen - weil die Jets so hoch fliegen.

Körperlich anstrengend sind im Cockpit vor allem die Kurven. Da drückt es den Piloten heftig in den Sitz. Das fühlt sich so an, als würden Helm und Anzug und der ganze Körper plötzlich neun Mal so viel wiegen wie normal. In diesem Moment versucht das Blut, aus dem Kopf in den Bauch und die Beine abzusacken. Was kann Pilot Hofer dagegen tun? "Fest Luft holen, Pressatmung und Muskelanspannung - so kann man dem entgegenwirken."

Aufgerufen am 20.11.2017 um 11:18 auf https://www.sn.at/panorama/kinder/rasend-schnell-20479090

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